Wash-off

Wash-off bezeichnet im Etikettendruck eine Technologie, bei der Haftetiketten mit einem wasserlöslichen Klebstoff ausgestattet werden. Diese Etiketten haften im normalen Gebrauch zuverlässig auf dem Untergrund, lösen sich jedoch unter definierten Waschbedingungen rückstandsarm wieder ab. Der Begriff steht damit sowohl für das Etikett selbst als auch für den eingesetzten Klebstoff.

Technisch funktioniert das Prinzip über die gezielte Löslichkeit der Klebeschicht in Wasser. Im industriellen Recyclingprozess werden Verpackungen zunächst zerkleinert und anschließend in Waschanlagen gereinigt. Dort lösen sich die Wash-off-Etiketten unter Einwirkung von Wasser, häufig in Kombination mit Alkalilauge, und Temperaturen von etwa 20 bis 80 °C vom Trägermaterial. Auf diese Weise lassen sich Etiketten und Klebstoffreste vom Verpackungsmaterial trennen, ohne das zurückgewonnene Material zu verunreinigen. Entscheidend ist dabei, dass der Klebstoff im normalen Gebrauch – also bei Kontakt mit Feuchtigkeit, Schweiß oder Haushaltstemperaturen – seine Haftleistung behält und sich erst unter den spezifischen Bedingungen des Waschprozesses löst.

Für den Etikettendruck ist Wash-off aus mehreren Gründen relevant. Bei der Materialauswahl müssen Trägermaterial, Klebstoff und Druckfarbe aufeinander abgestimmt sein, damit das Etikett einerseits die mechanischen und optischen Anforderungen im Gebrauch erfüllt und andererseits im Waschprozess vollständig abgelöst werden kann. Der häufigste Anwendungsfall sind Etiketten für PET-Flaschen, Getränkeverpackungen, Mehrwegverpackungen sowie Spülmittel- und Seifenspenderflaschen – also überall dort, wo das Verpackungsmaterial nach Gebrauch im Recycling sauber zurückgewonnen werden soll. Wash-off-Etiketten unterstützen die Rückgewinnung von reinem PET-Granulat, weil Klebstoffreste auf den Flakes die Qualität des Recyclingmaterials erheblich mindern würden. Für Hersteller und Einkäufer von Etiketten bedeutet das konkret: Die Entscheidung für Wash-off-Klebstoffe ist keine rein technische Frage der Haftkraft, sondern eine Anforderung, die sich aus dem Lebensweg der Verpackung ergibt. Regulatorisch verweisen erste Quellen auf kommende Anforderungen aus der Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung, ohne dass zum jetzigen Zeitpunkt konkrete Normennummern vorliegen. Wer Verpackungen für recyclierbare Behälter etikettiert, sollte die Wash-off-Eignung des Klebstoffsystems bereits in der Produktentwicklung berücksichtigen.