Weißunterlegung bezeichnet im Etikettendruck das gezielte Drucken einer deckenden weißen Farbschicht als separate Druckfarbe unterhalb des eigentlichen Farbaufbaus. Sie simuliert einen weißen Hintergrund auf Materialien, die von Natur aus nicht weiß sind, und verhindert so, dass der Untergrund die darüber gedruckten Farben verfälscht. In den Druckdaten wird diese Schicht als eigene Vollton- oder Sonderfarbe angelegt, häufig unter der Bezeichnung „White“ oder „HPI-White“.
Technisch funktioniert die Weißunterlegung so, dass alle Bildbereiche, die deckend und farbbrillant erscheinen sollen, in den Druckdaten dupliziert, mit der Weiß-Sonderfarbe eingefärbt und hinter die farbigen Elemente gelegt werden. Im Druckprozess wird die weiße Schicht zuerst gedruckt, danach folgen die Prozessfarben, etwa CMYK. Bereiche, die bewusst transparent oder metallisch wirken sollen, werden in der Weißform ausgespart. Das RIP- oder Workflow-System der Druckerei muss die Sonderfarbe erkennen und als deckende weiße Schicht korrekt ausgeben. Eine falsch angelegte oder fehlende Weißunterlegung führt zu unerwarteten Transparenzeffekten, unlesbaren Schriften oder verfälschten Farben im Druckergebnis.
Für den Etikettendruck ist die Weißunterlegung besonders relevant, weil viele gängige Etikettensubstrate keinen weißen Hintergrund mitbringen. Auf transparenten Folien würden Farben ohne Weißunterlegung mit dem Untergrund des beklebten Produkts oder der Verpackung verschmelzen. Auf metallisierten oder silberfarbenen Folien, wie sie für Metallic-Etiketten eingesetzt werden, würde der metallische Effekt unkontrolliert durch alle Druckfarben hindurchscheinen. Auch auf farbigen oder braunen Kartons und Wellpappen, etwa im Versandbereich, ist Weiß als Grundierung notwendig, damit Logos, Texte und grafische Elemente deckend und farbecht erscheinen. Die Weißunterlegung wird in diesen Anwendungen in allen gängigen Druckverfahren eingesetzt, darunter Digitaldruck, Siebdruck und Offsetdruck, sowie im digitalen Rollendruck für Etiketten, der typischerweise mit Weiß plus einem Vierfarbprozess arbeitet.
Für Etikettenbesteller hat die Weißunterlegung direkte praktische Konsequenzen: Sie ist Voraussetzung dafür, dass Barcodes, Pflichtangaben und Markenlogos auf nicht-weißen Materialien zuverlässig lesbar und farbgenau sind. Gleichzeitig ermöglicht das gezielte Aussparen von Weißflächen dekorative Effekte, bei denen Transparenz oder Metallic-Optik erhalten bleiben. Wer Etiketten auf transparenten oder metallischen Materialien bestellt, sollte sicherstellen, dass die Druckdaten eine korrekt benannte und aufgebaute Weißunterlegung enthalten, da dies ein fester Bestandteil der Datenrichtlinien vieler Etikettendruckereien ist.