Wash-off-Etiketten für Mehrwegsysteme
Haftet sicher im Betrieb – löst sich rückstandsfrei im Waschgang.
PET-Flaschen, Mehrwegbehälter und Glasgebinde brauchen ein Etikett, das zwei gegensätzliche Anforderungen erfüllt: zuverlässige Haftung während Transport, Lagerung und Verkauf – und vollständige Ablösung in der industriellen Waschanlage ohne Kleberrückstände. Permanentklebende Etiketten scheitern an diesem Widerspruch. Wash-off-Etiketten nicht.
Permanentkleber blockiert den Recyclingprozess komplett.
Ein Permanentklebstoff übersteht den Waschgang. Er löst sich nicht bei Temperatur, nicht bei alkalischem pH, nicht bei Einwirkzeit. Das Ergebnis: Kleberrückstände haften am PET-Rohling. Das Granulat ist kontaminiert – Downcycling statt Recycling.
Etikettenfragmente, die nicht schwimmen, sedimentieren mit dem PET-Granulat. Sie schmelzen im Extruder mit ein. Das Schmelzgut verfärbt sich. Die Charge ist unbrauchbar. Eine Tonne verunreinigtes PET-Granulat verliert einen erheblichen Teil ihres Marktwerts – oder wird ganz abgewiesen.
Gleichzeitig setzen sich Kleberreste in Filtern und Düsen der Waschanlage ab. Der Druckabfall steigt. Die Anlage fährt ungeplant herunter. Jede Stunde Stillstand kostet – und PPWR-Anforderungen ab 2025/2026 lassen keinen Spielraum mehr für nicht recyclingfähige Verpackungskomponenten.
Waschprozess verstehen – Ablösung gezielt steuern.
Ob ein Etikett rückstandsfrei abgeht, entscheidet sich nicht beim Druck – sondern beim Abgleich zwischen Klebstoffchemie und den exakten Parametern Ihrer Waschanlage. Wir kennen die Zusammenhänge zwischen pH-Schwelle, Laugentemperatur und Einwirkzeit und stimmen das Haftsystem darauf ab. Wer diesen Zusammenhang ignoriert, erhält ein Etikett, das entweder zu früh versagt oder im Waschgang klebt und die Anlage belastet.
Klebstoffauswahl nach Waschanlagen-Typ
Dichtetrennung im Prozess berücksichtigen
Haftung unter Gebrauchsbedingungen sichern
Lebensmittelkontakt-Anforderungen einplanen
Untergrund-Kompatibilität
• Haftet auf PET-Flaschen, Glasgebinden und HDPE-Mehrwegbehältern ohne Primer.
• Bleibt stabil auf glatten Kunststoffoberflächen mit niedrigem Oberflächenspannungsniveau.
• Hinterlässt nach dem Waschgang keine Kleberreste auf dem Substrat.
Chemische Resistenz
• Löst sich bei alkalischem pH-Wert ab 10 in wässriger Lauge vollständig auf.
• Übersteht kurzzeitigen Wasserkontakt und Kondensat im Gebrauch ohne Haftungsverlust.
• Entspricht den Anforderungen der EU-Lebensmittelkontaktverordnung VO (EG) 1935/2004.
Thermische Belastbarkeit
• Hält Kühllager- und Transportbedingungen durch, ohne sich vorzeitig abzulösen.
• Löst sich in der Waschanlage bei Temperaturen zwischen 40 °C und 80 °C ab – je nach Klebstoffklasse.
• Zeigt keine Einbußen bei Farbstabilität und Haftung unter trockenen Lagerbedingungen.
Mechanische und Witterungs-Exposition
• Folienmaterial in PP, PE und PET – je nach Anforderung an Steifigkeit und Flexibilität wählbar.
• Schwimmt nach dem Waschgang auf der Wasseroberfläche – ermöglicht Dichtetrennung vom PET-Granulat.
• Unterstützt PPWR-konforme Verpackungsgestaltung und PET-Recycling-Standards nach RecyClass und APR-Guidelines.
Technisches Leistungsprofil Wash-off-Etiketten
Wash-off-Etiketten haften auf glatten Kunststoffoberflächen wie PET, HDPE und PP sowie auf Glas. Sie bleiben bei Kondensation und kurzzeitigem Wasserkontakt stabil – und lösen sich unter alkalischen Waschbedingungen rückstandsfrei ab. Das Folienmaterial schwimmt nach dem Lösen auf der Wasseroberfläche, während PET-Granulat absedimentiert. Damit ist die mechanische Trennung im Recyclingstrom möglich. Als Druckverfahren stehen Flexodruck, UV-LED-Flexodruck, Digitaldruck und Thermotransferdruck zur Verfügung. Die Etiketten laufen auf gängigen Etikettiersystemen als Rollenware.
Fünf Branchen mit klarem Wash-off-Bedarf
Mehrwegsysteme, Reinigungsvalidierung und Recyclingpflichten treiben den Bedarf an Wash-off-Etiketten. Diese fünf Branchen setzen auf die kontrollierte Ablösung, weil ihre Prozesse und Vorschriften keine Kleberrückstände tolerieren.
Getränkeindustrie
PET- und Glasflaschen durchlaufen industrielle Flaschenwaschanlagen im Mehrwegsystem. Das Etikett muss den gesamten Abfüll- und Vertriebsprozess überstehen – und sich dann in der Lauge vollständig lösen. Kleberreste auf der Flasche führen zu Ausschuss. Die Anforderungen der PPWR-Regulierung sind hier besonders relevant.
Lebensmittelverarbeitung
Mehrwegbehälter und Transportgebinde kehren in den Kreislauf zurück. Nach dem Gebrauch reinigt die Waschanlage Behälter und löst Etiketten ab. Rückstände auf Kontaktflächen sind nicht akzeptabel. Wash-off-Etiketten, die den Lebensmittelkontaktanforderungen entsprechen, schließen diesen Prozessschritt sauber ab.
Kosmetik & Körperpflege
Seifenspender und HDPE-Mehrwegbehälter durchlaufen Reinigungszyklen. Auf HDPE hält normaler Klebstoff nur begrenzt – und löst sich nicht vollständig in der Waschanlage. Wash-off-Klebstoffe, die auf niederenergetischen Kunststoffen stabil haften und sich alkalisch ablösen, sind für diesen Materialtyp die passende Wahl.
Pharmazeutische Industrie
Mehrweggebinde in pharmazeutischen Prozessen unterliegen Reinigungsvalidierungen. Nachweis der rückstandsfreien Ablösung ist Teil der Dokumentation. Wash-off-Etiketten liefern reproduzierbare Ablöseergebnisse unter definierten Waschbedingungen – eine Voraussetzung für die Validierung.
Entsorgung & Recycling
Sortenreine Materialrückgewinnung aus PET-Flaschen scheitert an Klebstoffkontaminationen. Wash-off-Etiketten, deren Folienmaterial nach dem Waschgang auf der Wasseroberfläche schwimmt, ermöglichen die mechanische Dichtetrennung. Das verbessert die Granulat-Reinheit und den Materialwert im Recyclingstrom.
Wash-off-Etiketten spezifizieren – was zählt wirklich?
Wash-off-Etiketten funktionieren nur dann rückstandsfrei, wenn Klebstoffklasse, Obermaterial und Waschprozess aufeinander abgestimmt sind. Ein Klebstoff, der für milde Lauge bei 40 °C vorgesehen ist, versagt in einer heißen Hochdruckanlage. Umgekehrt löst ein hochreaktiver Klebstoff im Kühllager zu früh ab. Bevor Sie ein System auswählen, klären Sie fünf Prozessparameter, die über den Erfolg der Ablösung entscheiden. Diese Fragen helfen dabei, die relevanten Anforderungen Ihres Prozesses zu erfassen.
Waschanlage & Prozessparameter
• Mit welchem pH-Wert arbeitet Ihre Waschanlage – unter 10 oder über 12?
• Welche Laugentemperatur erreicht Ihre Anlage im Normalbetrieb?
• Wie lange verweilt die Flasche in der Waschzone?
Substrat & Behältermaterial
• Welches Material hat Ihr Behälter – PET, Glas, HDPE oder PP?
• Weist die Oberfläche Beschichtungen, Reliefs oder Vorbehandlungen auf?
• Soll dasselbe Etikett auf mehreren Substrattypen funktionieren?
Gebrauchsbedingungen vor dem Waschgang
• Kommt das Etikett im Normalbetrieb mit Kondensat oder Feuchtigkeit in Kontakt?
• Durchläuft die Flasche Kühllagerung oder Temperaturschwankungen?
• Wie lang ist die maximale Verweildauer des Etiketts auf dem Behälter vor dem Waschen?
Lebensmittelkontakt & Zertifizierung
• Berührt das Etikett oder der Klebstoff direkt lebensmittelberührte Flächen?
• Benötigen Sie einen Nachweis nach VO (EG) 1935/2004 für Ihre Dokumentation?
• Ist eine Reinigungsvalidierung für das Behältersystem vorgeschrieben?
Recycling & Dichtetrennung
• Wird das Substrat nach dem Waschgang zu PET-Granulat aufbereitet?
• Ist eine mechanische Dichtetrennung von Etikett und Granulat in Ihrer Anlage vorgesehen?
• Benötigen Sie Nachweise nach RecyClass- oder APR-Guidelines für Ihre Recyclingdokumentation?
Häufig gestellte Fragen – Wash-off-Etiketten
Wash-off-Klebstoffe reagieren auf Lauge – nicht auf Kondensat. Im Kühllager bleibt das Etikett fest. Kurzer Wasserkontakt löst nichts aus. Das Ablösefenster öffnet sich erst bei alkalischem pH-Wert über einem bestimmten Schwellenwert. Unterhalb davon verändert sich die Haftung nicht. Kritisch wird es nur, wenn das Etikett dauerhaft in stehendes Wasser taucht. Das passiert im normalen Abfüll- und Lagerbetrieb nicht. Wer unsicher ist, ob die eigene Kühlstrecke diesen Bereich überschreitet, testet das Verhalten direkt am befüllten Gebinde unter realen Bedingungen.
Auf HDPE versagt normaler Klebstoff nach wenigen Tagen. Die Oberfläche ist niederenergetisch – Klebstoffe finden keinen stabilen Anker. Wash-off-Systeme für HDPE nutzen Klebstoffklassen, die für diesen Materialtyp abgestimmt sind. Das Etikett sitzt fest. Nach mehreren Wochen zeigt sich kein Ablösen. Entscheidend ist aber die Oberflächenqualität Ihres Behälters: Rückstände aus dem Befüllprozess oder Beschichtungen verändern das Haftverhalten. Wie sich das Material auf Ihren spezifischen Gebinden verhält, zeigt sich im direkten Praxistest auf dem eigenen Behälter.
Das Haftsystem ist auf die Anforderungen der EU-Lebensmittelkontaktverordnung abgestimmt – relevant für alle Behälter, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen. Zusätzlich unterstützt das Folienmaterial durch seine Dichtetrenneigenschaft die Recyclinganforderungen, die ab 2025 und 2026 unter der PPWR greifen. Wer beim Audit keinen Nachweis über die rückstandsfreie Ablösung vorlegen kann, riskiert eine ungeplante Linienpause. Frühzeitige Abstimmung mit dem Technologie-Team verhindert das. Compliance mit weitergehenden länderspezifischen Anforderungen prüfen Sie mit Ihrer Rechts- oder Qualitätsabteilung.
Die Etiketten laufen als Rollenware auf gängigen Etikettiersystemen. Ein Umbau der Linie ist nicht erforderlich. Was sich unterscheidet, ist die Klebstoffchemie – und die stellt andere Anforderungen an Lagertemperatur und Verarbeitungsgeschwindigkeit als ein Permanentkleber. Zu warme Lagerung vor der Verarbeitung verändert die Klebstoffeigenschaften. Zu hohe Liniengeschwindigkeit bei empfindlichen Oberflächen kostet Anfangshaftung. Beides lässt sich durch kurze Abstimmung im Vorfeld ausschließen. Ihr bestehendes Druckverfahren – ob Flexo, Digitaldruck oder Thermotransfer – bleibt unverändert einsetzbar.
Das einzige verlässliche Ergebnis liefert der Waschversuch auf dem eigenen Gebinde. Datenblätter beschreiben Leistungsbereiche – Ihr Waschprozess hat aber konkrete pH-Werte, Temperaturen und Einwirkzeiten. Diese Kombination ist nie identisch mit dem nächsten Betrieb. Ein Material, das in einer Anlage mit 70 °C und stark alkalischer Lauge rückstandsfrei abgeht, zeigt in einer milderen Anlage ein anderes Bild. Bestellen Sie Mustermaterial für Ihre Substratart und testen Sie direkt auf Ihren Gebinden unter den echten Bedingungen Ihrer Anlage. Das Technologie-Team unterstützt Sie bei der Auswahl der richtigen Ausgangskombination für diesen Test.