On-Metal-RFID bezeichnet RFID-Tags und -Etiketten, die speziell für die direkte Anbringung auf metallischen Oberflächen entwickelt wurden und dort eine stabile, zuverlässige Lesbarkeit gewährleisten. Standard-RFID-Etiketten versagen auf Metall, weil metallische Oberflächen Funkwellen reflektieren und absorbieren sowie die Resonanzfrequenz der Antenne verschieben, was Lesereichweite und Zuverlässigkeit drastisch reduziert. On-Metal-Tags lösen dieses Problem durch eine konstruktiv angepasste Bauweise.
Der entscheidende Unterschied liegt im inneren Aufbau dieser Etiketten. Spezielle Antennengeometrien sind so optimiert, dass sie auch in unmittelbarer Nähe von Metall funktionieren. Dielektrische Abstandsschichten schaffen einen definierten Abstand zwischen Antenne und metallischer Oberfläche, um die Feldverteilung zu stabilisieren. Ferritschichten absorbieren störende Funkfrequenzen und unterdrücken den Einfluss des Metalls auf die Kommunikation. Diese Schichtstruktur ermöglicht es, dass die Antennenresonanz trotz Metallkontakt im üblichen UHF-Frequenzbereich von etwa 860 bis 960 MHz bleibt. Mit einem 2-Watt-ERP-Reader können solche Tags auf Metall Lesereichweiten von bis zu 5 Metern erreichen. Eingesetzt werden On-Metal-RFID-Etiketten unter anderem im Asset-Tracking von Maschinen, Werkzeugen, Rohren und Containern sowie in anspruchsvollen Industriebranchen wie der Luft- und Raumfahrt, der Automobilindustrie und der metallverarbeitenden Industrie. Die Robustheit der verwendeten Materialien gegenüber Schmutz, Hitze und Vibrationen macht sie für raue Industrieumgebungen geeignet.
Für den Etikettendruck hat On-Metal-RFID konkrete Konsequenzen bei der Auswahl von Maschinen, Materialien und Verfahren. Nicht jeder RFID-Etikettendrucker kann On-Metal-Tags verarbeiten: Benötigt werden Drucker mit UHF-RFID-Modulen, die ausdrücklich für diesen Tag-Typ ausgelegt sind, wie etwa die cab SQUIX-Serie oder die Zebra ZT411 On-Metal-Tagging-Lösung. Diese Geräte drucken das Etikett und kodieren gleichzeitig den eingebetteten RFID-Chip, ein Prozess, der als Print & Encode bezeichnet wird. Für die Bedruckung sind zudem geeignete Farbbänder erforderlich, die auf die jeweiligen On-Metal-Etiketten abgestimmt sind. Die Auswahl des richtigen Etikettentyps ist dabei anwendungsabhängig: Unterschiedliche Objekte wie kleine Werkzeuge oder große Metallcontainer erfordern unterschiedliche Ausführungen hinsichtlich Antennendesign und Dicke der Abstandsschicht. On-Metal-RFID-Etiketten lassen sich in bestehende RFID-Infrastrukturen integrieren, ohne dass zusätzliche Halterungen oder Abstandshalter notwendig sind, was die Implementierung in laufende Produktions- und Logistikprozesse vereinfacht.