Tags

Im Kontext von Barcode- und RFID-Kennzeichnung bezeichnet „Tags“ physische Kennzeichnungsträger, die Identifikationsdaten optisch oder per Funk aufnehmen und an Objekten befestigt werden. Der wesentliche Unterschied zu klassischen Etiketten besteht in der Befestigungsart: Während Etiketten selbstklebend sind, werden Tags als nicht-klebende Anhänger ausgeführt und durch Lochen, Nieten, Klemmen oder Anbinden am Objekt fixiert. In der RFID-Technik bezeichnet ein Tag zusätzlich einen mit einem Transponder bestückten Datenträger, der berührungslos über Funk ausgelesen werden kann.

Industrielle Tags werden überall dort eingesetzt, wo Klebe-Etiketten nicht haften, nicht ausreichend beständig sind oder der Kennzeichnungsträger wiederverwendbar sein muss – etwa an Bauteilen, Behältern, Kabeln, Maschinen oder Metallkomponenten. Ein aufgedruckter Barcode, ein 2D-Code wie Data Matrix oder QR sowie ein integrierter RFID-Chip sind gängige Kombinationen. Im Produktionsbetrieb kann ein Tag das Teil über mehrere Prozessschritte und Montagestufen begleiten, da er am Objekt verbleiben und ausgelesen werden kann ohne beschädigt zu werden. RFID-Tags ermöglichen dabei die berührungslose Identifikation auch bei Verschmutzung oder aus größerer Distanz, was in Logistik, Fertigung und Asset-Management genutzt wird. Für Barcode- und 2D-Codes auf Tags gelten internationale Qualitätsnormen wie ISO/IEC 15416 für lineare Codes und ISO/IEC 15415 für 2D-Codes, die Lesbarkeit und Druckqualität definieren. RFID-Tags unterliegen Funkprotokoll-Standards wie der ISO/IEC 18000-Serie, im UHF-Bereich insbesondere ISO/IEC 18000-63. In der Automobilindustrie kommen ergänzend VDA-Empfehlungen hinzu, die Aufbau und Inhalte von Tags für Ladungsträger und Teile verbindlich festlegen.

Für den Etikettendruck ist die Unterscheidung zwischen Etikett und Tag unmittelbar materialrelevant. Tags aus Kunststoff wie Polyester, Polyethylen oder Polyamid bieten hohe Beständigkeit gegen Abrieb, Chemikalien und Temperatur; Papier- und Kartonmaterialien dienen kostengünstigen, temporären Anwendungen; Spezialausführungen aus Metall oder Hochtemperaturmaterialien kommen in rauen Umgebungen zum Einsatz. Als Druckverfahren dominiert der Thermotransferdruck, da er auf zahlreichen Tag-Materialien haltbare Druckbilder erzeugt und für variable Daten wie Seriennummern oder Chargennummern geeignet ist. Thermodirektdruck wird für kurzlebige, temporäre Kennzeichnungen eingesetzt. Hersteller und Anwender müssen sicherstellen, dass Tags mit vorhandenen Druckern, Scannern und RFID-Lesegeräten kompatibel sind und branchenspezifische Vorgaben bezüglich Layout, Datenelemente und Codeformat einhalten. Für Käufer beeinflusst die Entscheidung für einen Tag direkt Haltbarkeit, Wiederverwendbarkeit und Prozesssicherheit der gesamten Kennzeichnungslösung.