Printed Electronics – gedruckte Elektronik – bezeichnet die Herstellung elektronischer Bauteile und Schaltungen mithilfe konventioneller Drucktechnologien wie Siebdruck, Flexodruck, Tiefdruck oder Tintenstrahldruck. Dabei werden leitfähige, halbleitende und isolierende Funktionsfluide auf flexible Substrate wie Kunststofffolien oder Papier aufgebracht und in mehreren Schichten zu elektronisch aktiven Strukturen aufgebaut. Das Ergebnis sind flache, flexible Bauteile mit definierten elektronischen Eigenschaften – von einfachen Leiterbahnen bis hin zu Antennen, Sensoren, Speicher- und Schaltstrukturen.
Für die Herstellung werden funktionale Tinten eingesetzt: Leitfähige Tinten auf Basis von Silber oder Kohlenstoff bilden Leiterbahnen und Antennen, halbleitende Materialien ermöglichen aktive Schaltfunktionen, und isolierende Schichten sowie Schutzlacke trennen und schützen die einzelnen Lagen. Diese Schichten werden in mehreren Druckdurchgängen übereinander aufgebracht, bis das fertige Bauteil entsteht. Die verwendeten Druckanlagen entsprechen im Grundprinzip jenen des industriellen Etikettendrucks – Rollen- und Schmalbahnmaschinen lassen sich für funktionale Tinten anpassen, nachgelagerte Laminieranlagen fügen gedruckte Inlays in Etikettenstrukturen ein.
Im Etikettendruck ist Printed Electronics vor allem durch sogenannte Smart Labels relevant. Dabei wird eine bedruckte Folie mit Antennenstruktur und weiteren funktionalen Schichten als Inlay zwischen Papierschichten laminiert und so in ein herkömmliches Etikett integriert. Auf diese Weise entstehen ultraflache RFID- oder NFC-Transponder, die sich nahtlos in bestehende Etikettierformate und Logistikprozesse einfügen, ohne deren Geometrie grundlegend zu verändern. NFC-Smart Labels kommunizieren über das 13,56-MHz-Band mit Smartphones oder industriellen Lesegeräten und übertragen eindeutige IDs sowie Sensordaten – relevante Normen sind in diesem Frequenzbereich die Reihen ISO/IEC 14443 und ISO/IEC 15693.
Für Etikettennutzer bedeutet das konkret: Ein Etikett kann identifizieren, Zustände melden, Echtheit bestätigen und Informationen zu Haltbarkeit, Lagerung oder Herkunft liefern. Temperatur-Sensor-Labels etwa kombinieren gedruckte Sensorik, Batterie, elektronische Schaltung, optional ein gedrucktes elektrochromes Display und NFC-Übertragung in einer einzigen Etikettenstruktur – ein praktisches Werkzeug zur Kühlkettenüberwachung. Für Hersteller und Markeninhaber eröffnet die Technologie zusätzliche Möglichkeiten in Authentifizierung, Tracking und Markenkommunikation, da Etiketten so zu digitalen Schnittstellen werden. Wirtschaftlich profitiert insbesondere die Großserienfertigung: Gedruckte Elektronik erlaubt eine kosteneffiziente Produktion bei hohen Stückzahlen und geringem Materialeinsatz im Vergleich zu konventionell aufgebauten Elektronikmodulen. Durch die Nutzung dünner Folien und Papier als Substrat bleibt die Etikettenstärke gering, und die Integration in das grafische Erscheinungsbild des Etiketts ist ohne aufwändige konstruktive Änderungen möglich.