Abfallmaterial

Im Kontext des Etikettendrucks bezeichnet Abfallmaterial jene Materialanteile, die bei der Herstellung, Weiterverarbeitung oder Nutzung von Etiketten entstehen und nicht mehr verwendbar sind. Dazu zählen insbesondere Trägerpapier-Reste sowie das sogenannte Abfallgitter, das nach dem Ausstanzen der Etikettenformen übrig bleibt. Diese Materialien werden gesammelt und anschließend entsorgt oder einem Recyclingprozess zugeführt.

Etiketten bestehen typischerweise aus mehreren Schichten: dem bedruckbaren Obermaterial, einer Klebstoffschicht sowie einem silikonbeschichteten Trägermaterial, dem sogenannten Liner. Im Produktionsprozess entstehen an zwei zentralen Stellen Abfallmaterialien. Erstens beim Stanzvorgang: Wird das Etikettenformat mittels Rotations- oder Flachbettstanzung aus dem Obermaterial ausgestanzt, verbleibt das umgebende Material als Abfallgitter auf der Produktionsbahn. Dieses Gitter wird unmittelbar nach der Stanzung maschinell abgezogen und getrennt abgeführt. Moderne Etikettendruckmaschinen verfügen zu diesem Zweck über integrierte Stanzstationen, die das Abfallgitter automatisch aus dem Produktionsfluss herauslösen. Zweitens beim Etikettierprozess selbst: Sobald selbstklebende Etiketten auf Verpackungslinien vom Liner abgezogen und auf das Produkt aufgebracht werden, verbleibt der leere Liner als Abfallmaterial. Etikettiermaschinen rollen diesen Liner-Abfall üblicherweise auf einer Wickelwelle auf, um ihn anschließend geordnet zu entsorgen oder weiterzuleiten.

Für den Etikettendruck ist das Thema Abfallmaterial aus mehreren Gründen praktisch bedeutsam. Allein in Europa fallen nach Branchenangaben jährlich rund 400.000 Tonnen Trägermaterial als Abfall in der Etikettenproduktion an – ein erheblicher Kostenfaktor für Hersteller und Konfektionierer, da Abtransport, Entsorgung und Recycling logistische wie finanzielle Ressourcen binden. Gleichzeitig beeinflusst die Wahl des Etikettenmaterials unmittelbar die Art des entstehenden Abfalls: Papierbasierte Trägermaterialien eröffnen andere Recyclingwege als Folien aus Kunststoff wie PE oder PP. Hersteller setzen daher zunehmend auf Sammel- und Rückführungsprogramme, um Trägerpapier-Abfälle als Sekundärrohstoff wieder in die Etikettenproduktion einzubringen und eine Deponierung oder Verbrennung zu vermeiden. Auch für Anwender selbstklebender Etiketten – etwa in Industrie, Handel oder Laboren – ist der anfallende Liner-Abfall relevant: Er muss in die betriebliche Abfallbilanz integriert, getrennt gesammelt und ordnungsgemäß entsorgt oder an Recyclingpartner übergeben werden. Die bewusste Materialauswahl beim Etikettkauf wirkt sich damit direkt auf die verfügbaren Entsorgungswege und den ökologischen Fußabdruck des gesamten Etikettierprozesses aus.