Außenwicklung bezeichnet im Etikettendruck die Wickelart einer Rolle, bei der die Etiketten auf der Außenseite der Trägerbahn bzw. des Rollenkerns liegen und damit von außen sichtbar sind. Bei Thermotransfer-Farbbandrollen beschreibt derselbe Begriff die Lage der farbbeschichteten Seite auf der Außenseite des aufgerollten Farbbandes. In beiden Fällen geht es um eine eindeutige geometrische Positionsangabe, die festlegt, wo sich die funktionale Seite des Materials befindet.
In der praktischen Anwendung ist die Wickelrichtung einer Etikettenrolle kein rein technisches Detail, sondern eine produktionskritische Angabe. Beim maschinellen Aufspenden und beim Nachbedrucken muss die Rolle so eingelegt werden, dass die Etiketten in der richtigen Reihenfolge und Ausrichtung abgegeben werden. Da allein die Wickelrichtung jedoch noch nicht definiert, wie das Druckbild zur Abspendekante ausgerichtet ist, werden in der Praxis zusätzliche Positionsangaben verwendet: Wortanfang voraus, Wortende voraus, Kopf voraus oder Fuß voraus. Erst die Kombination aus Wickelrichtung und Bildlage beschreibt die Rolle vollständig und ermöglicht eine fehlerfreie maschinelle Verarbeitung. Bei Farbbandrollen lässt sich die Wicklungsart im Zweifelsfall durch einen einfachen Klebetest bestimmen, bei dem geprüft wird, auf welcher Seite sich die Farbschicht befindet.
Für den Etikettendruck hat die korrekte Angabe der Außenwicklung direkte Konsequenzen auf mehreren Ebenen. Hersteller müssen die Wickelrichtung bereits bei der Konfektionierung gemeinsam mit der Lage des Druckbilds festlegen, da beides voneinander abhängt. Käufer und Anwender wiederum sind verpflichtet, die Rollenspezifikation mit den Anforderungen ihrer Etikettiermaschine abzugleichen, weil Etikettierautomaten in der Regel auf eine bestimmte Wickel- und Laufrichtung ausgelegt sind. Wird hier eine falsche Rolle eingesetzt, entstehen Fehlausrichtungen oder Produktionsstillstände, besonders bei hohen Produktionszahlen ein erhebliches Risiko. Auch im Thermotransferdruck muss das Farbband mit der richtigen Wicklungsart eingelegt sein, damit die Farbbeschichtung beim Druckvorgang korrekt auf das Etikettenmaterial übertragen wird. Die Außenwicklung ist damit kein optionales Merkmal, sondern ein verbindlicher Bestandteil der technischen Spezifikation jeder Etikettenrolle und jedes Farbbandes.