Cheshire-Etiketten sind ein spezieller Typ von Adress- und Versandetiketten, der auf Endlospapier vorgedruckt und in automatisierten Hochleistungsanlagen weiterverarbeitet wird. Sie kommen überall dort zum Einsatz, wo Druckerzeugnisse wie Zeitschriften oder Kataloge im Massenversand adressiert werden müssen. Der Begriff bezeichnet dabei nicht nur das Etikett selbst, sondern auch den gesamten produktionstechnischen Ansatz, der Druckvorstufe und Etikettierung in einem durchgängigen Prozess verbindet.
Der Produktionsablauf gliedert sich in zwei Phasen. Zunächst werden die Etiketten als Endlosbahn auf breitem Papier vorgedruckt, wobei Endlos-Hochleistungsdrucker mit Traktoreinzug eingesetzt werden. Als Drucktechnologien kommen Laserdruck, Matrixdruck und Tintendruck infrage, was eine flexible Anpassung an unterschiedliche Produktionsumgebungen erlaubt. Moderne Systeme ermöglichen dabei eine Produktion on-demand und just-in-time, sodass die Etiketten erst unmittelbar vor dem Versand erstellt werden und die Adressdaten stets aktuell sind. In der zweiten Phase übernimmt ein spezieller Etikettierer die Weiterverarbeitung: Die bedruckte Endlosbahn wird mit hoher Geschwindigkeit längs und quer geschnitten, die einzelnen Etiketten werden von unten beleimt und anschließend direkt auf die Versandexemplare gepresst. Dieser vollautomatische Ablauf macht Cheshire-Etiketten besonders für den Hochgeschwindigkeitsbetrieb in Lettershops und Druckindustrie geeignet. Neben der reinen Adressinformation enthalten die Etiketten in der Praxis häufig auch einen 2D-Barcode, über den Versanddienstleister Rückmeldungen bei Nichtzustellung oder Adressänderungen übermitteln können.
Für den Etikettendruck sind Cheshire-Etiketten aus mehreren Gründen relevant. Materialauswahl und Maschinentechnik sind eng aufeinander abgestimmt: Das Trägermaterial muss ausdrücklich für Endlos-Hochleistungsdrucker mit Traktoreinzug spezifiziert sein, da der gesamte Prozess auf eine unterbrechungsfreie Bahnverarbeitung ausgelegt ist. Anders als bei selbstklebenden Rollenetiketten erfolgt die Beleimung nicht bereits beim Hersteller, sondern erst im laufenden Etikettierungsprozess, was besondere Anforderungen an die Maschinenkompatibilität und die Papierqualität stellt. Wer als Druckerei, Verlag oder Versanddienstleister hohe Stückzahlen wirtschaftlich adressieren will, findet in Cheshire-Etiketten eine standardisierte, vollautomatisierbare Lösung. Die Integration von Barcodes direkt im Druckprozess erlaubt zusätzlich eine optimierte Kommunikation mit Logistikdienstleistern und verbessert die Nachverfolgbarkeit im gesamten Versandprozess. Spezifische Normen oder Rechtsvorschriften, die sich ausschließlich auf Cheshire-Etiketten beziehen, sind in den einschlägigen Fachquellen nicht dokumentiert.