Elektrofotografischer Druck

Elektrofotografischer Druck ist ein digitales Druckverfahren, bei dem ein latentes Bild elektrostatisch auf einer Fotoleitertrommel erzeugt, mit Toner entwickelt und anschließend auf den Bedruckstoff übertragen und fixiert wird. Da das Verfahren ohne statische Druckform auskommt, zählt es zu den sogenannten Computer-to-Print-Verfahren. Im Etikettendruck begegnet man ihm auch unter den Bezeichnungen Laser-, LED-, Trocken- oder Flüssigtonerdruck.

Der technische Ablauf gliedert sich in mehrere aufeinanderfolgende Schritte: Zunächst wird die Oberfläche einer fotoleitenden Trommel homogen elektrostatisch aufgeladen. Anschließend entlädt ein Laser- oder LED-Lichtstrahl die Trommel selektiv an den Bildstellen und erzeugt so ein unsichtbares, latentes Bild. Toner – entweder als Trocken- oder als Flüssigtoner – haftet an den geladenen beziehungsweise entladenen Bereichen und macht dieses Bild sichtbar. Der Toner wird danach auf das Substrat übertragen und durch eine Kombination aus Hitze und Druck dauerhaft fixiert. Die Wahl zwischen Laser- und LED-Belichtung sowie zwischen Trocken- und Flüssigtoner beeinflusst dabei die technische Auslegung des jeweiligen Drucksystems.

Für den Etikettendruck ist das Verfahren aus mehreren Gründen von praktischer Bedeutung. Als plattenloses Digitaldruckverfahren entfällt die Herstellung von Druckplatten vollständig, was besonders bei wechselnden oder kleinen Auflagen wirtschaftlich relevant ist. Elektrofotografie gehört zu den gängigen Digitaldruckverfahren für Etiketten und findet sich sowohl in professionellen Produktionssystemen als auch in Desktop-Etikettendruckern, wo sie neben wasserbasiertem Inkjet und Thermotransfer als eine der drei grundlegenden Drucktechnologien gilt. Etiketten auf Papier, Kunststoff, Metall oder Glas können mit diesem Verfahren bedruckt werden, wobei die Materialauswahl mit der spezifischen technischen Auslegung des jeweiligen Drucksystems abgestimmt sein muss. Für Etikettenentscheider auf Käufer- wie Herstellerseite bedeutet das konkret: Wer auf elektrofotografische Systeme setzt, investiert in eine Technologie, die flexible, druckplattenfreie Produktion ermöglicht und je nach Systemtyp mit Trocken- oder Flüssigtoner arbeitet – mit direkten Konsequenzen für die Substratwahl, die Maschineninfrastruktur und die Wirtschaftlichkeit bei variablen Etikettenaufträgen.