Inkjet

Inkjet bezeichnet ein berührungsloses Tintenstrahl-Druckverfahren, bei dem mikroskopisch kleine Tintentröpfchen im Picoliterbereich aus einem Druckkopf durch Düsen gezielt auf eine Oberfläche geschossen werden. Da kein mechanischer Kontakt zwischen Druckkopf und Bedruckstoff stattfindet, zählt Inkjet zu den sogenannten Non-Impact-Verfahren. Das Ergebnis ist ein punktgenau aufgebautes Druckbild aus einzeln platzierten Tropfen.

Im industriellen Umfeld unterscheidet man zwei grundlegende Funktionsprinzipien. Beim Drop-on-Demand-Verfahren wird Tinte nur dann aus der Düse ausgestoßen, wenn tatsächlich ein Tropfen benötigt wird; mehrere Düsen sind dabei in einer Reihe angeordnet. Beim Continuous-Inkjet-Verfahren hingegen erzeugt der Druckkopf einen kontinuierlichen Tintenstrahl, der durch elektrische Impulse in einzelne Tropfen aufgetrennt und anschließend elektrostatisch an die gewünschte Position gelenkt oder in einen Rücklauf geführt wird. In der industriellen Kennzeichnung erkennt ein Sensor das Produkt auf dem Förderband und löst den Druckvorgang synchron zur Produktbewegung aus, sodass Texte, Seriennummern, Barcodes, DataMatrix-Codes und Logos berührungslos auf Produkte, Bauteile oder Verpackungen aufgebracht werden. Die eingesetzten Tinten trocknen in der Regel innerhalb von Sekunden, was eine schnelle Weiterverarbeitung ermöglicht.

Für den Etikettendruck ist Inkjet aus mehreren Gründen bedeutsam. Als eine der zentralen Digitaldrucktechnologien neben Toner-Systemen ermöglicht es den wirtschaftlichen Druck vollfarbi­ger, individualisierter Etiketten mit Farbverläufen, detaillierten Grafiken und scharfer Typografie – ohne den Einsatz physischer Druckformen. Das macht das Verfahren besonders geeignet für Kleinauflagen, häufig wechselnde Motive sowie variable Daten wie Chargenummern, Seriennummern oder Mindesthaltbarkeitsdaten. Bedruckt werden können Papier, Karton, Kunststofffolien wie PP und PE, aber auch Metall, Glas und Keramik, sofern Tinte und Material aufeinander abgestimmt sind. Dabei kommen waserbasierte, lösungsmittelbasierte oder UV-härtende Tinten zum Einsatz, entweder farbstoffbasiert für Standardanwendungen oder pigmentiert für höhere Beständigkeit und Langlebigkeit. Für optimale Haftung und schnelle Trocknung setzen viele Inkjet-Anwendungen speziell beschichtete Etikettenmaterialien voraus – ein wesentlicher Aspekt bei der Materialauswahl. Wer beständige, wischfeste oder chemikalienresistente Etiketten benötigt, muss die Kombination aus Etikettenoberfläche und Tintentyp sorgfältig abstimmen. Inkjet wird zudem in regulierten Branchen wie der Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie eingesetzt, wo normgerechte Kennzeichnungen mit Barcodes und 2D-Codes erforderlich sind.