Kartonetikettendrucker

Ein Kartonetikettendrucker ist kein eigenständiger, normierter Gerätetyp, sondern bezeichnet einen Etikettendrucker, der neben Haftetiketten auch Kartonetiketten verarbeiten kann – also nicht selbstklebende Etiketten aus dünnem, meist thermobeschichtetem Karton. Der Begriff beschreibt damit primär eine Materialkompatibilität und keine grundlegend andere Druckertechnologie.

Technisch handelt es sich in der Regel um einen Thermodirekt- oder Thermotransfer-Etikettendrucker, der für die Verarbeitung von Rollenware aus Karton ausgelegt ist. Im Thermodirektverfahren wird direkt auf die Thermo-Beschichtung des Kartons gedruckt, ohne Farbband. Im Thermotransferverfahren überträgt ein Farbband die Farbe auf das Kartonmaterial, sofern der Drucker diese Option unterstützt. Für Kartonetiketten auf Bögen kommen stattdessen Laserdrucker zum Einsatz. Geräte wie der Avery Dennison Monarch Tabletop Printer 2 zeigen, wie solche Tisch-Etikettendrucker Kartonetiketten in Rollenform verarbeiten: Der Drucker kann nach jedem einzelnen Etikett stoppen oder ein Etikettenband kontinuierlich bedrucken. Die Erkennung der einzelnen Etiketten erfolgt dabei über Lochungen, schwarze Markierungen oder Stanzungen im Material, die vom Sensorsystem des Druckers ausgelesen werden.

Für den Etikettendruck ist dieser Begriff aus mehreren Gründen praxisrelevant. Kartonetiketten werden typischerweise im Handel für Regalschienen und Preiskennzeichnung eingesetzt sowie überall dort, wo stabile, nicht klebende Tags oder Anhänger aus Karton benötigt werden. Wer solche Etiketten kauft oder einsetzt, muss die technischen Parameter des verwendeten Druckers kennen: Kartonetiketten auf Rolle sind beispielsweise für Thermo-Etikettendrucker mit einer Rollenbreite von 25 bis 116 mm und einem Kerndurchmesser von 25 mm oder größer ausgelegt. Diese Angaben sind keine Formalität, sondern entscheiden darüber, ob das Material überhaupt verarbeitet werden kann. Ebenso muss die Markierungsart der Etiketten – ob Black-Mark, Lochung oder Stanzung – mit dem Sensorsystem des jeweiligen Druckers kompatibel sein.

Für Etikettenhersteller ergeben sich daraus konkrete Anforderungen an die Produktentwicklung: Materialstärke und Kartonqualität müssen zur Druckmechanik marktüblicher Geräte passen, die Thermo-Beschichtung muss für Thermodirekt-Drucker geeignet sein, und Rollengeometrie sowie Markierungen müssen den gängigen Druckerstandards entsprechen. Wer Kartonetiketten beschafft oder entwickelt, muss daher Druckerkompatibilität, Materialart, Verfahren und Etikettengeometrie als zusammenhängende Parameter betrachten – nicht als voneinander unabhängige Einzelentscheidungen.