Unterbrochene Beschichtung bezeichnet im Etikettendruck eine Teilbeschichtung von Materialbahnen, bei der die Zufuhr der Beschichtungsmasse während des Prozesses gezielt unterbrochen wird. Dadurch entstehen auf der Bahn abschnittsweise beschichtete und unbeschichtete Bereiche. Sie steht damit im direkten Gegensatz zur vollflächigen, also durchgehenden Beschichtung, bei der die gesamte Bahnoberfläche gleichmäßig mit der Beschichtungsmasse versehen wird.
Technisch wird die unterbrochene Beschichtung durch eine prozesstechnische Steuerung der Beschichtungsstation realisiert: Die Zuführung der Beschichtungsmasse – also beispielsweise eines Klebstoffs, eines Lacks oder eines vergleichbaren Mediums – wird an definierten Stellen der laufenden Materialbahn unterbrochen. Das Ergebnis ist eine Bahn, auf der Beschichtung und unbeschichtete Abschnitte in einer kontrollierten Abfolge wechseln. Dieses Verfahren ist ein eigenständiger Bearbeitungsschritt innerhalb der Beschichtung von Etikettenmaterial und kommt bei der Herstellung von Rollen- und Bahnware zum Einsatz, aus der in weiteren Verarbeitungsschritten Haftetiketten gefertigt werden.
Für den Etikettendruck und die Etikettenverarbeitung ist die unterbrochene Beschichtung ein relevanter Fachbegriff, weil er beschreibt, wie das Grundmaterial – üblicherweise ein Verbund aus Obermaterial, Klebstoffschicht und Trägermaterial – in seiner Beschichtungsstruktur gezielt variiert werden kann. Wer Etikettenmaterial auswählt oder in der Weiterverarbeitung einsetzt, muss wissen, ob eine Bahn vollflächig oder nur abschnittsweise beschichtet ist, da dies unmittelbaren Einfluss auf die Verwendbarkeit des Materials hat. Haftung, Ablösbarkeit und Einsatzzweck eines Etiketts hängen wesentlich von den Eigenschaften der Beschichtung ab, weshalb Fachleute empfehlen, Klebetests unter realen Bedingungen durchzuführen, bevor ein Etikettenmaterial für eine konkrete Anwendung festgelegt wird. Gerade weil die unterbrochene Beschichtung zu Bereichen ohne Klebstoff oder Beschichtung auf der Materialbahn führt, ist ein genaues Verständnis dieses Merkmals für Hersteller und Käufer von Etiketten unverzichtbar, um sicherzustellen, dass das Material den funktionalen Anforderungen des jeweiligen Einsatzzwecks entspricht. Normen oder Standards, die den Begriff der unterbrochenen Beschichtung explizit regeln, sind in den einschlägigen Fachquellen nicht ausgewiesen.