FOGRA51 ist ein druckbedingungenbezogenes Charakterisierungsdatum der Fogra (Forschungsinstitut für Medientechnologien e.V.) für gestrichene, holzfreie Papiere im Bogenoffsetdruck. Es beschreibt den Farbraum und das drucktechnische Verhalten eines standardisierten Druckprozesses so präzise, dass darauf aufbauend ICC-Profile erstellt und angewendet werden können. Die wichtigste praktische Ausprägung von FOGRA51 ist das ICC-Standardprofil „PSO Coated v3″, das im modernen CMYK-Farbmanagement eingesetzt wird.
FOGRA51 ist Teil des ProzessStandards Offsetdruck (PSO), der von Fogra und dem bvdm getragen wird. Innerhalb eines ICC-basierten Farbmanagementsystems fungiert FOGRA51 als klar definierte Referenzdruckbedingung: Alle am Produktionsprozess beteiligten Systeme – von der Vorstufe über den Proof bis zur Druckmaschine – können auf diese Druckbedingung abgestimmt werden. Im Softproof oder Hardproof wird das zugehörige Profil PSO Coated v3 als Simulationsprofil eingesetzt, um das spätere Druckergebnis vorherzusagen und farbverbindlich abzunehmen. Darüber hinaus werden Digitaldrucksysteme per Farbmanagement auf FOGRA51 kalibriert, sodass sie einen standardisierten Offset-Referenzdruck farblich nachbilden.
Für den Etikettendruck ist FOGRA51 in mehreren Szenarien unmittelbar relevant. Werden Etiketten oder Produktverpackungen auf gestrichenen, papierbasierten Haftmaterialien produziert, die drucktechnisch den PSO-Coated-Bedingungen nahekommen, bildet FOGRA51 die geeignete Farbraum-Referenz für die Datenaufbereitung. Das betrifft sowohl Bogenoffsetmaschinen, die gestrichene Etikettensubstrate verarbeiten, als auch Digitaldrucksysteme für Farbetiketten, die über ihr Farbmanagement auf PSO Coated v3 abgestimmt werden. Farbmessgeräte und Profilierungssoftware, die FOGRA51 als Ziel- oder Ausgabeprofil unterstützen, sind dabei zentrale Werkzeuge.
Für Etikettenproduzenten ergibt sich durch einen FOGRA51-konformen Workflow eine bessere Vorhersagbarkeit und Wiederholbarkeit der Farben sowie eine vereinfachte Kommunikation mit Kunden und Agenturen, da alle Beteiligten dieselbe dokumentierte Druckbedingung als gemeinsame Referenz nutzen. Für Etikettenauftraggeber bedeutet FOGRA51 konkret: Farbverbindliche Proofs auf Basis von PSO Coated v3 können als verlässliche Abnahmereferenz dienen, Hausfarben und Markenauftritte lassen sich über verschiedene Druckträger hinweg konsistenter reproduzieren, und ein Wechsel zwischen mehreren Drucklieferanten wird erleichtert, weil alle nach derselben standardisierten Druckbedingung produzieren können.