Bilderdruckpapier (Coated) bezeichnet ein gestrichenes Papier, dessen Oberfläche mit einem oder mehreren Strichaufträgen aus mineralischen Pigmenten und Bindemitteln veredelt wurde. Der Begriff „Coated“ ist das englische Äquivalent zu „gestrichen“ und beschreibt damit eine Papiersorte, die speziell für die hochwertige Wiedergabe von Bildern, Grafiken und feinen Druckmotiven entwickelt wurde. Im Etikettendruck dient Bilderdruckpapier als Obermaterial selbstklebender Rollenetiketten, die aus Obermaterial, Klebstoff und Trägermaterial (Liner) aufgebaut sind.
Der Strich besteht typischerweise aus mineralischen Pigmenten wie Kaolin, Kreide bzw. Calciumcarbonat oder Titandioxid sowie Bindemitteln wie Latex oder Stärke. Diese Beschichtung schließt die Zwischenräume der Papierfasern, erzeugt eine glatte, gleichmäßige Oberfläche und verhindert, dass Druckfarbe tief in das Papier eindringt. Da die Farbe stärker auf der Oberfläche verbleibt, entstehen schärfere Details, brillantere Farben und höhere Kontraste als auf ungestrichenen Papieren. Bilderdruckpapier ist in den Oberflächenvarianten matt, seidenmatt und glänzend erhältlich; glänzende Qualitäten werden durch eine zusätzliche Kalanderung erzeugt, bei der die Papierbahn über polierte Edelstahlwalzen geführt wird. Typische Flächengewichte liegen zwischen etwa 80 g/m² für speziell konzipierte Etikettenqualitäten und bis zu 350 g/m² für schwerere Anwendungen. Die Papierbasis ist häufig holzfrei, also aus chemisch aufbereitetem Zellstoff gefertigt.
Für den Etikettendruck ergibt sich aus diesen Eigenschaften eine Reihe konkreter Konsequenzen. Bilderdruckpapier eignet sich besonders für hochauflösende Druckverfahren wie Offsetdruck, Digitaldruck, Laser- und Thermotransferdruck, was feine Barcodes, kleine Schriften und fotorealistische Motive auf dem Etikett ermöglicht. Druckereien müssen beim Einsatz gestrichener Papiere auf kalibrierte Farbprofile achten, da für gestrichene Papiere im Offsetdruck spezifische ICC-Profile wie „ISO Coated v2 (ECI)“ auf Basis der Norm ISO 12647 verwendet werden. Für Markeninhaber und Industrieanwender bedeutet die Materialwahl konkret: Die matte Variante bietet reflexionsarme, blendfreie Lesbarkeit, während seidenglänzende und glänzende Qualitäten eine besonders starke Bildwirkung erzeugen und sich für dekorative Produktausstattung bei Konsumgütern eignen. Zu beachten ist, dass gestrichene Oberflächen mit herkömmlichen Stiften nur eingeschränkt beschreibbar sind, was für Anwendungen mit nachträglicher handschriftlicher Beschriftung relevant sein kann. Für Etiketten in Kühlketten oder wärmeren Umgebungen sind zudem die angegebenen Mindest-Verklebetemperaturen und Anwendungstemperaturbereiche der jeweiligen Etikettenqualität zu prüfen. Bilderdruckpapier ist außerdem in PEFC-zertifizierten Qualitäten erhältlich, was Käufern die Erfüllung von Nachhaltigkeitsanforderungen ermöglicht.