Prägefoliendruck bezeichnet im Etikettendruck ein Hochdruckverfahren, bei dem eine spezielle Prägefolie mittels eines erhitzten Metallstempels unter erhöhtem Druck und erhöhter Temperatur partiell auf einen Bedruckstoff übertragen wird. Dabei löst die Wärme die Transferschicht der Folie vom Träger und verbindet sie mit dem Etikettenmaterial, wobei häufig gleichzeitig eine Prägung der Oberfläche erfolgt. In der Praxis wird das Verfahren auch als Heißfolienprägung bezeichnet, da die Übertragung thermisch gesteuert ist.
Technisch setzt der Prozess einen Prägestempel aus Metall voraus, der auf Basis geschlossener Vektordaten – etwa im EPS- oder AI-Format – für jedes Motiv individuell gefertigt wird. Der Stempel wird erhitzt, presst die Folie gegen den Bedruckstoff und überträgt dabei die mittlere Schicht der Folie, die metallisiert, farbig pigmentiert oder mit einem Perlmutteffekt versehen sein kann. Die verfügbaren Folienarten reichen von einfachen Glanzfolien bis hin zu Hologrammfolien. Als Bedruckstoffe kommen vor allem hitzebeständige Papiere und Kartons sowie geeignete Haftverbunde zum Einsatz. Das Verfahren ist sowohl in Bogen- als auch in Rotationsanlagen realisierbar, wobei im industriellen Rotationsdruck Geschwindigkeiten bis zu 150 m/min erreicht werden. Prägefolien auf PET-Basis werden dabei ab einer Dicke von rund 12 µm verarbeitet. Je nach gewünschtem Ergebnis lassen sich Hochprägung und Tiefprägung unterscheiden; darüber hinaus ist eine Kombination mit Blindprägung oder Reliefprägung möglich, wobei letztere Folienübertragung und Materialverformung vereint.
Im Etikettendruck ist Prägefoliendruck vor allem dort relevant, wo Etiketten eine hohe optische und haptische Wertigkeit erfordern. Typische Anwendungsfelder sind Premium-Etiketten für Kosmetik, Spirituosen und hochwertige Lebensmittel sowie Etiketten mit Marken- und Sicherheitselementen, bei denen Hologrammfolien zur Fälschungserschwerung eingesetzt werden. Für Etikettendruckereien bedeutet das Verfahren zusätzliche Prozessschritte sowie Werkzeugkosten für die Stempelherstellung, da für jedes Motiv ein eigenes Werkzeug benötigt wird. Für Käufer von Etiketten, also Markeninhaber und industrielle Anwender, bietet der Prägefoliendruck die Möglichkeit, Sicherheitsfunktionen direkt in das Etikett zu integrieren und gleichzeitig eine differenzierte Markenwirkung zu erzielen. Bei der Lieferantenauswahl spielen Zertifizierungen wie ISO 14001 und FSC® eine zunehmende Rolle, da sie Auskunft über umweltgerechte Prozesse und eine nachhaltige Rohstoffbeschaffung geben. Transparente Dokumentation von Recyclingmaterialanteilen in den eingesetzten Folien gewinnt insbesondere für nachhaltigkeitsorientierte Beschaffungsstrategien an Bedeutung.