EAS (Electronic Article Surveillance, deutsch: elektronische Artikelsicherung) bezeichnet ein elektronisches Warensicherungssystem, das im Einzelhandel Ladendiebstahl erkennen und verhindern soll. Es besteht aus speziellen EAS-Etiketten oder -Tags, die an Produkten angebracht werden, sowie aus Detektionsantennen an Ein- und Ausgängen, die auf aktive Tags reagieren und bei unerlaubtem Passieren einen Alarm auslösen.
Technisch basieren EAS-Tags auf sogenannten 1-Bit-Transpondern, die ausschließlich die Information „Transponder vorhanden“ oder „Transponder nicht vorhanden“ übermitteln. Die verbreitetste Variante arbeitet im HF-Bereich bei 8,2 MHz (RF-EAS); daneben existiert die akustomagnetische Technologie, bei der magnetostriktive Streifen als Erkennungselement dienen. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Tag-Typen: Soft-Tags sind dünne, meist selbstklebende Etiketten mit integrierter EAS-Struktur, die direkt auf die Ware oder Verpackung aufgebracht werden. Hard-Tags sind wiederverwendbare Kunststoff- oder Metallelemente, die über Sicherungsstifte an Produkten – insbesondere Textilien – befestigt und mit speziellen Detachern wieder entfernt werden. Soft-Tags werden am Point-of-Sale über Deaktivierungspads oder Hand-Deaktivatoren deaktiviert; erst nach dieser Deaktivierung löst das Passieren der Detektionsantennen keinen Alarm mehr aus.
Für den Etikettendruck ist EAS in mehrfacher Hinsicht relevant. EAS-Soft-Tags werden als bedruckbare Etiketten gestaltet, sodass auf demselben Etikettenträger neben der Sicherungsfunktion auch Produktinformationen, Barcodes oder Markenaufdruck realisiert werden können. Das kombiniert zwei Funktionen auf einem einzigen Label und reduziert den Applikationsaufwand in der Verpackungslinie. Hersteller und Konfektionäre von Etiketten müssen dabei sicherstellen, dass die EAS-Struktur – also die HF-Spule oder der akustomagnetische Streifen – während des Druck- und Verarbeitungsprozesses weder beschädigt noch entmagnetisiert wird, da sonst die Sicherungsfunktion ausfällt. EAS-Labels werden nicht nur im Handel appliziert, sondern teilweise bereits beim Etikettenhersteller oder direkt in Verpackungen integriert, etwa bei Arzneimittelverpackungen. Für Anwender im Einzelhandel – Bekleidung, Elektronik, Drogerie – ergibt sich durch EAS-Etiketten ein zusätzlicher Prozessschritt am Kassenplatz: Jedes verkaufte Produkt erfordert die aktive Deaktivierung des Labels, was bei der Planung von POS-Abläufen zu berücksichtigen ist. Moderne EAS-Systeme lassen sich zudem in Kassensysteme und Warenwirtschaftslösungen einbinden, um Diebstahlversuche systematisch auszuwerten. Im Kontext der Produktkennzeichnung wird EAS funktional in dieselbe Kategorie wie Barcodes und RFID-Tags eingeordnet, da alle drei Technologien der Identifikation und Sicherung von Produkten im Handel dienen.