Ein RFID-Inlay ist eine vormontierte, sehr dünne Einheit aus RFID-Chip (integriertem Schaltkreis) und Antenne auf einem flexiblen Trägermaterial. Es bildet das funktionale Kernmodul jedes RFID-Etiketts oder RFID-Tags und ist damit die einzige Komponente, die den drahtlosen Datenaustausch mit einem Lesegerät überhaupt ermöglicht. Ohne Inlay ist ein RFID-Etikett technisch nicht mehr als ein gewöhnlicher Aufkleber.
Das Inlay besteht aus drei wesentlichen Bestandteilen: dem Substrat aus flexiblem Kunststoff oder Papier, der darauf aufgebrachten metallischen Antenne – üblicherweise aus Aluminium oder Kupfer – sowie dem aufgebondeten RFID-Chip, der Datenspeicherung und Kommunikationssteuerung übernimmt. Die Antenne nimmt die Energie des Lesegeräts auf und überträgt die Signale; der Chip speichert und verarbeitet die Daten. Je nach Herstellungsverfahren wird die Antenne entweder direkt auf das Substrat geätzt oder gedruckt. Das fertige Inlay wird anschließend in die Mehrschichtkonstruktion eines Smart Labels eingebettet, wo es dem Etikett seine digitale Funktion verleiht.
Für den Etikettendruck ist die Unterscheidung zwischen zwei grundlegenden Inlay-Typen besonders relevant: Dry Inlays besitzen keine Klebeschicht und werden auf Rolle oder Bogen zur Weiterverarbeitung geliefert. Sie erfordern zusätzliche Produktionsschritte – etwa die Aufbringung eines Haftklebers und die Laminierung mit einer bedruckbaren Deckschicht – sind aber kostengünstiger und eignen sich gut für kundenspezifische Etikettenintegration. Wet Inlays hingegen verfügen bereits über eine Klebeschicht und einen Release-Liner und lassen sich schneller und direkt applizieren, sind jedoch etwas teurer. Erst durch die Kombination eines Inlays mit rückseitigem Haftkleber und bedruckbarer Vorderseite entsteht ein vollständiges selbstklebendes RFID-Etikett, dessen Oberfläche zusätzlich mit Barcode, Text oder weiteren Informationen bedruckt werden kann.
In der Praxis werden RFID-Etiketten mit integriertem Inlay überall dort eingesetzt, wo Objekte automatisch und berührungslos identifiziert werden sollen: in der Lagerverwaltung, Logistik, Bibliotheken, der Fertigung oder der Patientenkennzeichnung im Gesundheitswesen. Sie ermöglichen schnelle Bestandsaufnahmen sowie automatisierte Ein- und Ausgangskontrolle. Für Etikettenhersteller bedeutet die Inlayauswahl eine direkte Konsequenz für Maschinenpark, Verarbeitungsprozess und Materialkombination. Relevante Normen für die Funk-Schnittstelle und Datenstruktur sind die ISO/IEC-18000-Serie sowie der GS1 EPC Gen2-Standard (ISO/IEC 18000-63), der insbesondere UHF-RFID-Inlays in der Lieferkette regelt.