Cellophanierung, Kaschierung und Laminierung bezeichnen im Druckwesen dasselbe Grundprinzip: Eine hauchdünne transparente Kunststofffolie wird vollflächig und mit Klebstoff auf einen bedruckten Träger – etwa Papier, Karton oder Kunststofffolie – aufgebracht und unter Druck zwischen Walzen mit ihm verbunden. Der Begriff „Cellophanierung“ geht historisch auf die früher verwendeten Cellulosehydratfolien zurück; heute kommen überwiegend Kunststofffolien aus Polypropylen (PP), Polyester, PVC oder Acetat zum Einsatz. Wenn mindestens eine der verbundenen Schichten transparent ist, spricht man technisch von Laminieren; ansonsten von Kaschieren – verfahrenstechnisch ist der Prozess identisch.
Die Verarbeitung erfolgt nach dem Druck und vor dem Stanzen oder Zuschnitt der Etiketten. Dabei unterscheidet man grundsätzlich zwei Klebstoffprinzipien: Bei der Nasskaschierung wird ein wässriger Klebstoff eingesetzt, der unter Druck und Wärme verarbeitet wird. Bei der Trocken- bzw. Thermokaschierung kommen trockene oder thermoaktiv anschmelzende Klebstoffe zum Einsatz. In beiden Fällen findet die eigentliche Verbindung im sogenannten Drucknip – dem Spalt zwischen zwei Walzen – statt, die je nach Verfahren auch beheizt sein können. Als Ergebnis entsteht ein Verbundmaterial mit veränderten technischen Eigenschaften.
Für den Etikettendruck ist die Folienkaschierung aus mehreren Gründen praxisrelevant. Industrielle Etiketten sind häufig mechanischen Belastungen wie Kratzen und Abrieb sowie chemischen Einflüssen wie Feuchtigkeit und Schmutz ausgesetzt. Die Kaschierung schützt das Druckbild zuverlässig gegen diese Beanspruchungen und verlängert die Gebrauchsdauer des Etiketts nachweislich. Die Wahl der Folienoberfläche bestimmt dabei sowohl die Optik als auch die Haptik des fertigen Etiketts: Glänzende Folien verstärken die Farbtiefe und Intensität des Druckbilds, matte Folien erzeugen eine spiegelfreie, zurückhaltende Anmutung, und Soft-Touch-Folien vermitteln eine samtartige, weiche Oberflächenstruktur. Darüber hinaus sind Biofolien auf Cellulosebasis erhältlich, die nach DIN EN 13432 als kompostierbar zertifiziert sind und für Anwender mit Nachhaltigkeitsanforderungen eine dokumentierbare Option darstellen. Für die Weiterverarbeitung ist zu beachten, dass kaschierte Materialbahnen einen erhöhten Materialwiderstand aufweisen, was beim Stanzen und Rillen berücksichtigt werden muss. Wer Etiketten beschafft oder spezifiziert, sollte die Wahl der Folienausführung – Glanz, Matt oder Soft-Touch – bereits in der Planungsphase festlegen, da sie sowohl die Schutzfunktion als auch die visuelle Positionierung des Endprodukts maßgeblich beeinflusst.