Blow-on-Applikator

Ein Blow-on-Applikator ist eine Bauart von Etikettenapplikatoren, bei der Selbstklebeetiketten berührungslos mittels Druckluft auf das Produkt übertragen werden. Der Applikatorkopf setzt dabei zu keinem Zeitpunkt mechanisch auf der Produktoberfläche auf. Stattdessen überbrückt ein gezielter Luftstoß den Abstand zwischen Applikator und Packstück, der je nach Gerät bis zu etwa 10 cm betragen kann.

Im Prozessablauf wird das Etikett zunächst von einem Druck- oder Spendemodul auf die Applikatorfläche gespendet und dort durch Vakuum fixiert. Sobald das Produkt auf dem Förderband eine definierte Position vor dem Applikator erreicht, bläst ein Luftstoß das Etikett vom Applikatorkopf auf die Produktoberfläche. Der Applikatorkopf bleibt dabei in Ruhe oder nähert sich beim verwandten Tamp-Blow-Verfahren per Hubzylinder zunächst dem Produkt an, bevor das Etikett ebenfalls durch Blasluft übertragen wird. Blow-on-Applikatoren sind typischerweise in Print-&-Apply-Systeme integriert, also in Lösungen, die Etiketten unmittelbar vor dem Aufbringen per Thermotransfer oder Thermodirektdruck mit variablen Daten wie Barcodes, Seriennummern oder Versandinformationen bedrucken. Hersteller wie NOVEXX Solutions bieten entsprechende Applikatormodule als austauschbare Einheiten an, die sich in modulare Etikettieranlagen einbinden lassen.

Für den Etikettendruck und die Etikettenauswahl ergeben sich daraus konkrete Anforderungen. Da Blow-on-Applikatoren für die vollautomatische Verarbeitung ausgelegt sind, müssen Etiketten auf Rollen für hohe Spendegeschwindigkeiten geeignet sein und eine präzise Bahnführung ermöglichen. Trägermaterial, Etikettenformat und Klebstoffeigenschaften müssen so abgestimmt sein, dass das Etikett zuverlässig auf der Applikatorfläche durch Vakuum gehalten und beim Blasvorgang exakt und faltenlos auf die Verpackung übertragen wird. Auch Dimensionsstabilität und Druckbildqualität spielen eine Rolle, da die Etiketten in regulierten Umgebungen wie Lebensmittel- oder Pharmaproduktion eingesetzt werden, wo normkonforme Kennzeichnung mit lesbaren Barcodes nach GS1-Standards vorausgesetzt wird. Typische Substrate sind Papier- oder Folienetiketten, die den Anforderungen industrieller Etikettieranlagen standhalten. Der besondere Vorteil der berührungslosen Applikation liegt darin, dass Produkte mit variierenden Höhen oder empfindlichen Oberflächen ohne Beschädigungsrisiko gekennzeichnet werden können, was die Flexibilität in Logistik- und Verpackungslinien erhöht und gleichzeitig eine reproduzierbar genaue Etikettenpositionierung gewährleistet.