1D-Grading bezeichnet ein standardisiertes Verfahren zur Qualitätsbewertung von eindimensionalen, also linearen Barcodes. Die Methode wird auch als Code Grading, Code-Klassifizierung oder Codemessung bezeichnet und bewertet einen gedruckten Barcode anhand definierter Prüfparameter auf einer Skala von 4,0 bis 0,0, wobei 4,0 die beste und 0,0 die schlechteste mögliche Bewertung darstellt.
Bei der Prüfung werden mehrere Parameter herangezogen, die zusammen ein vollständiges Bild der Codequalität ergeben. Dazu gehören das Layout und die Codeauswahl, also ob der richtige Barcodetyp für den jeweiligen Anwendungsfall gewählt wurde, außerdem Reflexion und Kontrast, die beschreiben, wie gut der Scanner zwischen hellen und dunklen Elementen des Codes unterscheiden kann, sowie Maßhaltigkeit und Druckpräzision, welche die geometrische Genauigkeit der gedruckten Striche und Lücken beurteilen. Jeder dieser Parameter fließt in die Gesamtnote ein, sodass ein niedriger Gradingwert gezielt auf einzelne Schwachstellen im Druckprozess hinweist.
Für den Etikettendruck hat 1D-Grading eine unmittelbare praktische Bedeutung. Barcodes gehören zu den zentralen Informationsträgern auf Etiketten, neben Produktdetails, Herstellerangaben, Preisen und variablen Daten. Ob ein Barcode zuverlässig gelesen werden kann, hängt direkt von der Druckqualität ab, und genau diese macht das Grading messbar. In Branchen wie Einzelhandel, Logistik und Pharmaindustrie, in denen Barcodes auf Etiketten und Verpackungen zur Steuerung von Prozessen eingesetzt werden, ist eine verlässliche Codequalität keine optionale Eigenschaft, sondern eine Grundvoraussetzung für reibungslose Abläufe. Etiketten werden je nach Anwendungsfall in verschiedenen Druckverfahren hergestellt, darunter Thermotransferdruck, Siebdruck, Flexodruck und Digitaldruck. Jedes dieser Verfahren bringt eigene Qualitätseigenschaften mit, die sich direkt auf das Grading-Ergebnis auswirken können.
Für Etikettenherstellerermöglicht 1D-Grading eine präzise Qualitätskontrolle und die gezielte Optimierung von Druckprozessen. Wird ein Code mit einem niedrigen Gradingwert bewertet, lässt sich anhand der einzelnen Prüfparameter eingrenzen, ob das Problem beim Druckverfahren, bei der Materialauswahl oder bei der Codegestaltung liegt. Für Käufer von Etiketten schafft das Verfahren Transparenz: Die Codequalität wird anhand eines einheitlichen, vergleichbaren Maßstabs beurteilt, was die Abnahme und den Vergleich von Lieferanten erleichtert. Ein Gradingwert von 4,0 steht dabei für einen Barcode, der in allen geprüften Parametern die höchsten Anforderungen erfüllt.