Scanner

Ein Scanner – im Kontext von Etikettendruck und industrieller Kennzeichnung auch als Barcode-Lesegerät, Barcode-Reader oder Handterminal bezeichnet – ist ein elektronisches Gerät zur optischen Erfassung und Decodierung von auf Etiketten aufgebrachten Strich- und 2D-Codes. Dabei werden gedruckte Barcodes, DataMatrix- oder QR-Codes ausgelesen und die enthaltenen Informationen zur digitalen Weiterverarbeitung bereitgestellt. Grundlage ist die Umwandlung optischer Strukturen – schwarze und weiße Balken bei 1D-Codes, Flächen- und Punktmuster bei 2D-Codes – in digitale Daten mittels Lichtsensoren und Dekodier-Algorithmen.

In der Praxis unterscheiden sich Scanner nach ihrem technischen Funktionsprinzip: Laser-Scanner führen einen Laserstrahl über den Code, wobei ein Fotodetektor die reflektierten Signale auswertet; dieses Verfahren eignet sich besonders für 1D-Barcodes und ist in Logistik und Handel weit verbreitet. CCD-Scanner nutzen ein Array lichtempfindlicher Dioden und zeichnen sich durch Robustheit und kurze Leseabstände aus. Bild-Scanner, sogenannte Imager, arbeiten mit einer digitalen Kamera und Bildverarbeitung; sie erfassen sowohl 1D- als auch komplexe 2D-Codes mit hoher Datendichte zuverlässig. Industrie-Scanner sind speziell für anspruchsvolle Fertigungs- und Lagerumgebungen ausgelegt, erfassen Codes per Rot- oder Infrarotlicht und sind als stationäre oder handgehaltene Geräte sowie kabelgebunden oder per WLAN und Bluetooth verfügbar.

Für den Etikettendruck ist der Scanner aus mehreren Gründen zentral. Erstens bestimmt die Scanbarkeit eines Codes direkt die Qualitätsanforderungen an das Etikett selbst: Kontrast, Druckqualität, Strichbreite und die sogenannten Ruhezonen – die codefreien Randbereiche – müssen präzise eingehalten werden, damit Laser- und Bildscanner korrekt decodieren können. Schlechte Druckqualität oder ungeeignetes Etikettenmaterial führen zu Lesefehlern und aufwändiger manueller Nacharbeit. Zweitens müssen Etikettenmaterialien – etwa Thermotransfer-Etiketten für Typenschilder oder technische Etiketten mit Zertifizierungen nach UL, CSA oder CE – die Lesbarkeit der aufgebrachten Codes dauerhaft gewährleisten, auch nach Lagerung, Transport sowie Temperatur- und Chemikalienbelastung. Drittens sind Scanner fester Bestandteil moderner Kennzeichnungsprozesse: In Print-&-Apply-Systemen werden Etiketten automatisch bedruckt, auf Waren appliziert und unmittelbar danach von Scannern erfasst, um Versand- oder Identifikationsetiketten im Materialfluss zu verfolgen. Darüber hinaus dienen Scanner der Verifikation gedruckter Codes im Rahmen der Qualitätssicherung – sie prüfen, ob variable Daten wie Seriennummern, Chargen oder Datamatrix-Codes auf jedem einzelnen Etikett korrekt und lesbar aufgebracht wurden. Käufer von Etiketten sollten die geplante Scanner-Technologie bei der Auswahl von Material und Druckverfahren stets berücksichtigen, da Prozesssicherheit und Wirtschaftlichkeit unmittelbar von der Übereinstimmung beider Seiten abhängen.