Acetat bezeichnet im Kontext des Etikettendrucks ein thermoplastisches Material auf Basis von Celluloseacetat, das durch Veresterung von Cellulose mit Essigsäure oder Essigsäureanhydrid gewonnen wird. Es tritt in zwei hauptsächlichen Ausprägungen auf: als Acetatfolie beziehungsweise Triacetat-Folie sowie als Acetatseide, einer textilen Variante, die auch als Kunstseide bezeichnet wird.
Triacetat-Folien werden im Gießverfahren aus Cellulose-Triacetat und Weichmachern hergestellt und zeichnen sich durch hohe Steifigkeit, Reißfestigkeit sowie ausgeprägte Transparenz und Glanz aus. Sie sind mit allen gängigen Druckverfahren bedruckbar – darunter Flexo-, Offset-, Sieb- und Tiefdruck – sofern geeignete Folienfarben eingesetzt werden. Acetatseide hingegen ist eine faserbasierte Variante und lässt sich mit konventionellen Drucktechniken verarbeiten. Beide Formen gelten als hochpreisige Materialien, weisen jedoch eine geringe UV-Beständigkeit und eine hohe Empfindlichkeit gegenüber Lösungsmitteln auf, was ihren Einsatzbereich einschränkt. Triacetatfolien können mit lösemittelhaltigen Klebstoffen sowie mit Aceton oder Methylenchlorid verklebt werden.
Für den Etikettendruck ist Acetat aus mehreren Gründen relevant. Als Obermaterial einer Etikettenkonstruktion – bestehend aus Obermaterial, Klebstoff und Trägermaterial – eignet sich Acetatfolie besonders gut für die Heißfolienprägung, was dekorative und hochwertige Effekte ermöglicht. Aufgrund ihrer geringen Weiterreißfestigkeit werden Acetatfolien gezielt für fälschungssichere beziehungsweise manipulationsanzeigende Etiketten eingesetzt: Ein Ablösversuch zerstört das Etikett, was Manipulationen sichtbar macht. Die hohe Transparenz und der Glanz des Materials ermöglichen zudem sogenannte No-Label-Look-Etiketten, bei denen das Etikett optisch in die Verpackung integriert wirkt.
Acetatseide-Etiketten spielen vorrangig bei der Besucheridentifikation eine Rolle: Mit einem speziellen Textilkleber ausgestattet, lassen sie sich direkt auf Kleidung befestigen und rückstandsfrei wieder entfernen, ohne den Stoff zu beschädigen. Darüber hinaus findet Acetatseide Verwendung in der Textiletikettierung, etwa bei Matratzen sowie in der Automobilbranche.
Etikettenhersteller müssen bei der Verarbeitung von Acetat auf eine sorgfältige Klebstoffauswahl achten, da ein ungeeigneter Klebstoff bei Acetatseide Rückstände auf empfindlichen Materialien wie Seide oder Leder hinterlassen kann. Anwender sollten außerdem beachten, dass die geringe UV-Beständigkeit und die Lösungsmittel-Empfindlichkeit des Materials einen Einsatz in stark licht- oder chemikalienbelasteten Umgebungen ohne zusätzliche Schutzlacke oder Schutzlaminate ausschließen.