Der Begriff „Antiscratch-Laminat“ ist im deutschsprachigen Etikettendruck kein normierter Fachausdruck; in der Praxis wird stattdessen von Schutzlaminat oder Laminat gesprochen. Gemeint ist eine transparente Folie, die nach dem Bedrucken auf ein Etikett aufgebracht wird, um das Druckbild vor mechanischem Abrieb, Kratzern und weiteren äußeren Einflüssen zu schützen. Das Laminieren dient dabei sowohl dem Schutz als auch der Veredelung des fertigen Etiketts.
Technisch wird das Schutzlaminat in der Regel im Anschluss an den Thermotransferdruck aufgebracht, entweder manuell oder vollautomatisch über kombinierte Etikettendruck- und Laminierstationen. Solche Anlagen verarbeiten Etikettenformate von etwa 10 × 10 mm bis 100 × 100 mm und integrieren Druck und Laminierung in einem einzigen Prozessschritt. Neben vollautomatischen Lösungen existieren sogenannte Klapp- oder Faltlaminat-Etiketten, bei denen das Laminat als vorgefertigte Klappe auf dem Etikettenträger sitzt. Nach der Beschriftung wird das Abdeckpapier entfernt und das Laminat manuell über den bedruckten Bereich gelegt, wodurch der Aufdruck dauerhaft versiegelt wird. Diese Konstruktion eignet sich besonders für eine nachträgliche Beschriftung vor Ort. Als Materialien kommen transparente Folienlaminate zum Einsatz, die je nach Anforderung ein- oder mehrschichtig aufgebaut sein können.
Für den Etikettendruck ist das Schutzlaminat aus mehreren Gründen relevant. In industriellen Umgebungen sind Etiketten häufig mechanischer Beanspruchung, chemischen Einflüssen, Staub und Schmutz ausgesetzt; das Druckbild muss unter diesen Bedingungen dauerhaft lesbar bleiben. Schutzlaminate machen Etiketten wischfest und kratzbeständig und verbessern ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Chemikalien. In Lackier- oder Pulverbeschichtungsprozessen können laminierte Etiketten sogar den gesamten Beschichtungsvorgang durchlaufen, ohne dass der Aufdruck unleserlich wird. Konkrete Anwendungsfelder sind Typenschilder, Prüfplaketten, Geräte- und Anlagenkennzeichnung sowie Asset- und Inventaretiketten. Darüber hinaus kann der Einsatz von Schutzlaminat dabei helfen, normative Anforderungen zu erfüllen: Etiketten mit entsprechender Laminatausführung können nach der Prüfnorm BS 5609 für den Dauereinsatz in Meerwasser ausgelegt oder UL-zertifiziert werden. Für Etikettenherstellern bedeutet das, Laminiervorgänge in den Produktionsprozess zu integrieren und geeignete Folienmaterialien sowie Klebstoffsysteme so auszuwählen, dass die geforderten Beständigkeits- und Zulassungsanforderungen erfüllt werden. Für Anwender steht vor allem der Gewinn an Haltbarkeit, Lesbarkeit und Prozesssicherheit im Vordergrund.