Blue Angel (Blauer Engel)

Der Blaue Engel ist das staatliche Umweltzeichen der Bundesregierung Deutschlands und gilt als weltweit erstes Umweltzeichen seiner Art. Es wird von der RAL gGmbH im Auftrag des Bundes vergeben, während das Umweltbundesamt die wissenschaftliche Grundlage für die Vergabekriterien erarbeitet. Das Zeichen garantiert, dass ein ausgezeichnetes Produkt die Umwelt nachweislich weniger belastet, definierte Gesundheitsschutzstandards erfüllt und dabei in Gebrauchstauglichkeit und Qualität mit konventionellen Produkten vergleichbar bleibt.

Im Etikettendruck ist der Blaue Engel kein Druckverfahren, sondern ein zertifiziertes Umweltkennzeichen, das sowohl an Produkte als auch an Druckdienstleistungen vergeben werden kann. Grundlage sind produktgruppenspezifische Vergabekriterien mit eigenen Kennnummern, etwa RAL-UZ 195 für ressourceneffiziente, emissionsarme Druckprodukte auf Recyclingpapier. Die Kriterien erstrecken sich auf die gesamte Prozesskette: Papier und Etikettensubstrate, Druckfarben, Lacke, Folien, Klebstoffe und Reinigungsmittel müssen jeweils definierte Grenzwerte für Lösungsmittel, Schwermetalle und VOC-Emissionen einhalten. Anforderungen an Energieeffizienz, Abfallvermeidung und Recyclingfähigkeit kommen hinzu. Dabei werden keine spezifischen Maschinentypen bevorzugt – entscheidend ist, dass die im jeweiligen Druckverfahren durchgeführten Prozesse die Umweltkriterien erfüllen, unabhängig davon, ob Flexo-, Offset- oder Digitaldruck eingesetzt wird. Für die Nutzung des Zeichens ist eine formale Zertifizierung durch RAL erforderlich, verbunden mit laufenden Dokumentations- und Nachweispflichten.

Für den Etikettendruck ergeben sich daraus konkrete Konsequenzen auf zwei Ebenen. Erstens kann das Logo des Blauen Engels als Aufdruck auf Etiketten erscheinen und dem Verbraucher signalisieren, dass das gekennzeichnete Produkt – etwa ein Etikett aus Recyclingpapier – die entsprechenden Vergabekriterien erfüllt. Zweitens dient der Blaue Engel als Auswahlkriterium bei der Materialentscheidung: Druckereien und Etikettenproduzenten, die sich zertifizieren lassen möchten, müssen beispielsweise auf Recyclingpapiere aus 100 % Altpapier umstellen, die selbst das Umweltzeichen tragen, sowie schadstoffarme Hilfsstoffe entlang des gesamten Produktionsprozesses einsetzen. Für Einkäufer – ob Industriekunden, Handel oder öffentliche Einrichtungen – bietet das Zeichen eine verlässliche Orientierung bei der nachhaltigen Beschaffung, da es unabhängig, staatlich getragen und an klar definierte Kriterien gebunden ist. Unternehmen können den Einsatz von Etiketten mit Blauem Engel zudem als nachweisbare Maßnahme in Nachhaltigkeits- und CSR-Berichten ausweisen. Zertifizierte Hersteller verschaffen sich dadurch messbare Wettbewerbsvorteile bei Ausschreibungen, in denen umweltfreundliche Beschaffung vorausgesetzt wird.