Recyclingpapier

Recyclingpapier ist ein Papier, das vollständig oder überwiegend aus Altpapierfasern hergestellt wird, also nicht aus Primärfasern frischen Holzes. Im Etikettendruck bezeichnet der Begriff speziell Etikettenpapiere, deren Faserrohstoff zu 100 % aus Recyclingmaterial besteht. Diese Papiere werden in der Regel chlorfrei gebleicht und erreichen durch spezielle Aufbereitungsverfahren einen hohen Weißegrad.

Die Herstellung beginnt damit, dass Altpapier in Wasser aufgelöst und die Einzelfasern voneinander getrennt werden. Im sogenannten Deinking-Verfahren werden enthaltene Druckfarben entfernt und der Faserbrei entfärbt. Anschließend werden die Fasern chlorfrei gebleicht und zu neuem Papier gepresst. Durch gezielte Altpapierselektion lassen sich dabei Weißegrade erreichen, die technisch als ISO 97 / CIE 133 angegeben werden. Im fertigen Haftetikett bildet das Recyclingpapier die bedruckbare Oberschicht, darunter folgen eine Klebstoffschicht – häufig auf Wasserbasis und lösungsmittelfrei – sowie ein silikonbeschichtetes Trägerpapier als Abziehträger.

Für den Etikettendruck ist Recyclingpapier in mehrfacher Hinsicht relevant. Als Obermaterial wird es sowohl für Bogenetiketten eingesetzt, die auf Laser- und Inkjetdruckern im Büro verarbeitet werden, als auch für Rollenetiketten in industriellen Etikettierlinien. Typische Anwendungen sind Versand- und Adressetiketten, Produktetiketten für Verpackungen sowie Beschriftungs- und Organisationsetiketten in Logistik und Büro. Hersteller geben an, dass moderne Recyclingpapiere für Etiketten eine sehr gute Druckqualität, hohe Opazität und eine satte Farbaufnahme bieten, sodass auch beidseitiger Druck möglich ist.

Fachlich relevant ist zudem die Frage der Recyclingfähigkeit des gesamten Etikettenverbunds. Hersteller beschreiben Recycling-Etiketten als zu 100 % über den Altpapierkreislauf recycelbar. Das silikonisierte Trägerpapier kann über spezialisierte Programme wie Cycle4Green separat gesammelt und in Papierfabriken wiederverwertet werden, was Entsorgungskosten senken und Abfallmengen reduzieren kann. Für Käufer sind darüber hinaus Zertifizierungen wie der Blaue Engel oder FSC® relevant, die Anforderungen an Altpapieranteil, Schadstofffreiheit und Nachhaltigkeit der Rohstoffkette definieren und als Nachweise gegenüber Kunden oder für CSR-Berichte genutzt werden können.

Im Vergleich zu Frischfaserpapier verbraucht die Herstellung von Recyclingpapier laut verfügbaren Herstellerangaben bis zu 70 % weniger Wasser, bis zu 60 % weniger Energie und erzeugt 20 bis 25 % weniger CO₂-Emissionen. Recyclingpapier ist im Einkauf tendenziell teurer als konventionelles Papier, da Beschaffung und Aufbereitung von Altpapier zusätzlichen Aufwand erzeugen. Für Hersteller bedeutet der Einsatz außerdem die Abstimmung von Papiergrammatur, Opazität und Oberflächenbeschaffenheit, um eine gleichbleibende Druckqualität sicherzustellen.