Code 128

Code 128 ist eine lineare, eindimensionale Barcode-Symbologie mit hoher Datendichte, die 1981 von der US-Firma Computer Identics Corporation entwickelt wurde. Der Name verweist auf die Fähigkeit, alle 128 ASCII-Zeichen zu codieren – also Ziffern, Groß- und Kleinbuchstaben, Sonderzeichen sowie Steuerzeichen. Damit gilt Code 128 als einer der vielseitigsten Strichcodestandards für alphanumerische Daten und ist in der Norm ISO 15417 definiert.

Technisch besteht jedes Zeichen in Code 128 aus drei Balken und drei Lücken in vier möglichen Strichbreiten. Ein vollständiger Barcode setzt sich aus Startzeichen, Datenzeichen, einem Prüfzeichen nach der Modulo-103-Methode sowie einem Stopzeichen zusammen. Intern arbeitet Code 128 mit drei Zeichensätzen: Subcode A codiert Großbuchstaben, Ziffern und Steuerzeichen, Subcode B deckt das vollständige druckbare ASCII-Spektrum inklusive Kleinbuchstaben ab, und Subcode C komprimiert ausschließlich Ziffernfolgen, indem stets zwei Ziffern in einem einzigen Barcode-Element untergebracht werden – was eine gerade Ziffernanzahl voraussetzt. Innerhalb eines Barcodes kann zwischen diesen Zeichensätzen umgeschaltet werden. Viele Etikettendrucksysteme nutzen dafür eine automatische Zeichensatzwahl, häufig als „Code 128 Auto“ bezeichnet, um die Codierung datenspezifisch zu optimieren und den Barcode so kurz wie möglich zu halten.

Für den Etikettendruck ist Code 128 aus mehreren Gründen von zentraler Bedeutung. Die hohe Informationsdichte erlaubt es, umfangreiche Daten auf begrenzter Etikettenfläche unterzubringen – ein praktischer Vorteil bei kleinen Verpackungen, schmalen Kartonetiketten oder Palettenschildern. Die Symbologie wird auf Versand- und Logistiketiketten für Sendungsnummern und Ladeeinheiten, auf Inventar- und Archivierungsetiketten sowie auf Produkt- und Chargenetiketten eingesetzt. Besondere Relevanz kommt dem darauf aufbauenden Standard GS1-128 zu, früher als UCC/EAN-128 bekannt: Dieser GS1-Standard legt eine einheitliche Syntax mit sogenannten Datenbezeichnern (Application Identifiers) fest und erlaubt die strukturierte Codierung von GTIN, Chargennummer, Mindesthaltbarkeitsdatum oder dem SSCC (Serial Shipping Container Code) für Versandeinheiten. GS1-128-Etiketten sind in der internationalen Logistik de-facto-Standard für Tracking & Tracing und automatisierte Wareneingangsprozesse.

Für Etikettenhersteller bedeutet dies, dass Drucksysteme Code 128 normkonform gemäß ISO 15417 erzeugen müssen, einschließlich korrekter Zeichensatzumschaltung und Prüfzeichenberechnung. Wegen der hohen Datendichte ist eine präzise Strichbreitenwiedergabe entscheidend für die Scannerlesbarkeit. Gelesen wird Code 128 mit handelsüblichen Laserscannern oder kamerabasierten Lesesystemen, was den Einsatz von Standardhardware ohne Sonderlösungen ermöglicht. Für Anwender in Industrie, Handel und Logistik bedeutet die Wahl von Code-128-Etiketten daher maximale Kompatibilität mit bestehender Auto-ID-Infrastruktur und die Erfüllung branchen- sowie handelspartnerseitiger Anforderungen an standardisierte Kennzeichnung.