Chargennummer

Eine Chargennummer ist ein eindeutiger alphanumerischer Code, der einer bestimmten Produktionscharge zugeordnet wird – also der Gesamtmenge eines Artikels, die unter gleichen oder ähnlichen Herstellungsbedingungen in einem zusammenhängenden Prozess entstanden ist. Sie verknüpft alle Einheiten dieser Charge miteinander und ermöglicht so eine lückenlose Rückverfolgbarkeit durch die gesamte Lieferkette. Synonyme Begriffe sind Losnummer, LOT-Nummer und Batch-Nummer.

Im Etikettendruck gehört die Chargennummer zu den klassischen variablen Druckdaten. Typische Bestandteile des Codes sind Produktionsdatum oder -woche, Produktionsstandort oder -linie sowie eine fortlaufende Chargen-ID. Auf dem Etikett wird die Chargennummer in der Regel direkt sichtbar platziert, häufig in unmittelbarer Nähe von Mindesthaltbarkeitsdatum oder Ablaufdatum, damit sie im Rückruffall schnell identifizierbar ist. Darüber hinaus wird sie oft als maschinenlesbarer GS1-konformer Barcode oder QR-Code abgebildet, um eine automatische Erfassung entlang der Lieferkette zu ermöglichen. Industrielle Etikettiermaschinen und Inline-Etikettendrucker übernehmen die Chargendaten dabei automatisiert aus ERP- oder MES-Systemen und drucken sie in Klarschrift und als Barcode auf das Etikett.

Für den Etikettendruck ist die Chargennummer aus mehreren Gründen unmittelbar relevant. In der Lebensmittelindustrie ist die Chargenkennzeichnung gesetzlich vorgeschrieben: Die EU-Verordnung (EG) Nr. 178/2002 fordert Rückverfolgbarkeit auf allen Produktions- und Vertriebsstufen, die Richtlinie 2011/91/EU regelt die Loskennzeichnung von Lebensmitteln, und in Deutschland konkretisiert die Los-Kennzeichnungs-Verordnung diese Pflicht. Für Arzneimittel schreibt das deutsche Arzneimittelgesetz (AMG § 10) die Angabe der Chargenbezeichnung auf der äußeren Umhüllung vor. Auch in der Kosmetik- und Medizinproduktebranche ist eine entsprechende Kennzeichnung erforderlich. Etikettenkäufer müssen daher sicherstellen, dass ihre gewählten Etiketten das notwendige Feld für die Chargennummer enthalten, mit dem eingesetzten Auszeichner oder Etikettierer kompatibel sind und auf dem jeweiligen Verpackungsmaterial sicher haften. Verbreitete Formate für entsprechende Haftetiketten sind etwa 25×16 mm oder 26×16 mm mit permanent stark klebendem Kleber. Als Druckverfahren kommt für variable Chargendaten vor allem der Thermotransferdruck zum Einsatz, während bei vorgedruckten Etikettengrundlayouts für große Auflagen Flexodruck üblich ist. Hersteller von Etikettiermaschinen bieten zudem mobile Inkjet-Drucker an, die Chargennummern alternativ direkt auf Verpackungen aufbringen. Die korrekte Auszeichnung mit gut lesbarer Chargennummer ist nicht nur eine gesetzliche Pflicht, sondern auch die technische Grundlage für effiziente Lagerverwaltung, Qualitätssicherung und die gezielte Steuerung von Rückrufen.