Corona-Behandlung

Die Corona-Behandlung ist ein Verfahren zur Oberflächenvorbehandlung von Materialien mithilfe elektrischer Hochspannungsentladungen. Ziel ist es, die Oberflächenenergie eines Substrats zu erhöhen, sodass Druckfarben, Beschichtungen und Klebstoffe deutlich besser haften. Es handelt sich um ein kontaktloses, trockenes Verfahren, das sich direkt in bestehende Fertigungslinien integrieren lässt.

Technisch basiert die Corona-Behandlung auf einem Hochfrequenz-Hochspannungsplasma, das zwischen einer isolierten Elektrode und einer geerdeten Walze erzeugt wird. Typische Parameter liegen bei 10 bis 20 Kilovolt und 10 bis 60 Kilohertz. Das Material wird in diesem Entladungsbereich hindurchgeführt, wobei die Oberfläche auf molekularer Ebene verändert wird. Der Behandlungserfolg lässt sich anschließend über den sogenannten Dyne-Wert messen, der die Oberflächenspannung des Materials angibt. Je höher dieser Wert, desto besser ist die Benetzbarkeit der behandelten Oberfläche. Das Verfahren wird häufig inline, also direkt im laufenden Produktionsprozess, eingesetzt.

Für den Etikettendruck ist die Corona-Behandlung besonders relevant, weil viele gebräuchliche Trägermaterialien aus Kunststoff oder Folie von Natur aus unpolar und damit schlecht benetzbar sind. Ohne Vorbehandlung haften Druckfarben, Laminierungen und Klebstoffe auf diesen Oberflächen nur unzureichend, was zu Qualitätsproblemen in der Produktion führt. Durch die Corona-Behandlung lassen sich Folien, aber auch metallisierte Oberflächen und Bleche so aufbereiten, dass nachfolgende Prozesse wie Drucken, Laminieren und Kleben zuverlässig funktionieren. Papier wird ebenfalls vereinzelt behandelt, wobei der Effekt bei Kunststoffsubstraten besonders ausgeprägt ist.

Ein praktischer Aspekt, der bei der Planung und Beschaffung von Etikettenrohstoffen beachtet werden muss: Der Effekt der Corona-Behandlung ist nicht dauerhaft. Die erhöhte Oberflächenenergie nimmt mit der Zeit ab, weshalb die Lagerfähigkeit behandelter Folien begrenzt ist. Für Hersteller und Einkäufer bedeutet das, dass behandelte Materialien zeitnah verarbeitet werden sollten, um die verbesserten Hafteigenschaften vollständig nutzen zu können. Wird dieser Zeitfaktor vernachlässigt, können trotz vorhandener Behandlung Haftungsprobleme auftreten, die die Prozesssicherheit beeinträchtigen. Die Corona-Behandlung ist damit ein wichtiges, aber zeitkritisches Werkzeug zur Qualitätssicherung im Etikettendruck.