Deckweiß

Deckweiß ist im Etikettendruck eine hochdeckende weiße Sonderfarbe, die als eigenständige Druckfarbe eingesetzt wird, um den Bedruckstoff optisch zu neutralisieren. Sie dient als Barriere zwischen dem Untergrund und den darüber liegenden Farben und macht weiße Bild- oder Textelemente auf nicht weißen Substraten sichtbar.

Im technischen Ablauf wird Deckweiß im Vierfarbdruck als fünfte Farbe zusätzlich zu den Prozessfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz verwendet. In der Druckvorstufe wird es als Volltonfarbe angelegt, wobei die Benennung des Farbfeldes entscheidend ist: Viele Drucksysteme erkennen die weiße Druckfarbe nur dann korrekt, wenn sie unter einem definierten Namen wie „HPI-White“ angelegt ist. Programme wie Adobe Illustrator oder Adobe InDesign werden in der Praxis genutzt, um diese Sonderfarbe als eigene Ebene oder eigenes Farbfeld einzurichten. Fehlt diese korrekte Anlage in den Druckdaten, wird der Weißdruck nicht wie vorgesehen ausgegeben. Als Unterdruck platziert, liegt die weiße Farbschicht unter den eigentlichen Motivfarben und sorgt dafür, dass diese auf dunklen oder transparenten Untergründen brillanter und klarer erscheinen.

Für den Etikettendruck ist Deckweiß aus mehreren Gründen relevant. Auf transparenten Folien verhindert es, dass farbige Motive durch den durchscheinenden Untergrund verfälscht werden, und sorgt dafür, dass weiße Gestaltungselemente überhaupt erst sichtbar sind, da transparentes Material selbst kein Weiß liefert. Auf metallischen Materialien erfüllt Deckweiß dieselbe Funktion: Weiße Flächen oder Schrift können nur als gedruckte Elemente dargestellt werden, da das metallische Substrat kein optisches Weiß erzeugt. Auch auf Graspapier, dessen bräunliche Eigenfarbe Druckergebnisse deutlich beeinflusst, wird Deckweiß empfohlen, um ein definiertes Druckbild zu erzielen. Eingesetzt wird es in Offset- und Digitaldruck, wobei im Digitaldruck häufig Eco-Solvent-Tinten zum Einsatz kommen. Im Vergleich zu Siebdruck, Latex- oder UV-Tinten weisen Eco-Solvent-Farben geringere Feststoffanteile in der weißen Farbe auf, was die erreichbare Deckkraft beeinflusst.

Für Etikettenbesteller bedeutet Deckweiß, dass auf nicht weißen Materialien weiße Gestaltungselemente umsetzbar sind und Farben auf transparenten oder dunklen Untergründen deutlich kräftiger wirken. Für Hersteller und Druckvorstufe bedeutet es, dass ein zusätzlicher Weißdruck bereits bei der Produktionsplanung berücksichtigt und die Druckdaten zwingend korrekt als Sonderfarbe mit dem vom Drucksystem erwarteten Farbnamen angelegt werden müssen.