Delaminierung bezeichnet das Ablösen von Schichten eines Verbundmaterials parallel zur Oberfläche. Im Etikettendruck und in der industriellen Kennzeichnung beschreibt der Begriff konkret den Vorgang, bei dem sich das selbstklebende Obermaterial – also das eigentliche Etikett aus Papier oder Folie – vom Trägermaterial, dem sogenannten Liner oder Abdeckpapier, trennt. Diese Schichttrennung kann sowohl gewollt als Teil des Verarbeitungsprozesses auftreten als auch unerwünscht als Qualitätsmangel während der Produktion entstehen.
Im technischen Betrieb besteht ein selbstklebendes Etikettenmaterial stets aus mehreren Lagen: dem bedruckbaren Obermaterial, einer Klebstoffschicht und dem Liner, der das Etikett bis zur Verwendung schützt. In Druckmaschinen und Spendesystemen wird das Obermaterial kontrolliert vom Liner abgezogen – dieser Vorgang ist produktionstechnisch gewollt und notwendig. Problematisch wird Delaminierung dann, wenn sich die Schichten unkontrolliert und vorzeitig voneinander lösen, etwa durch fehlerhafte Materialzusammensetzung, ungeeignete Maschinenparameter oder ungünstige Lager- und Verarbeitungsbedingungen. In diesem Fall kann das Material in der Druckmaschine nicht mehr ordnungsgemäß geführt oder bedruckt werden, was zu Produktionsunterbrechungen und Ausschuss führt. Bei Verbundfolien, wie sie für Etikettenverpackungen eingesetzt werden, äußert sich Delaminierung häufig zunächst als Blasenbildung zwischen den Folienlagen. Automatisierte Inspektionssysteme auf Basis von Bildverarbeitung und Deep-Learning-Technologie werden eingesetzt, um solche Erscheinungen frühzeitig zu erkennen und die Qualität von Schweißnähten und Siegelnähten zu sichern.
Für den Etikettendruck ist Delaminierung aus mehreren Gründen praxisrelevant. Hersteller von Etiketten müssen bei der Materialauswahl sicherstellen, dass die Haftung zwischen Obermaterial und Liner einerseits zuverlässig genug ist, um Spontanablösungen während des Drucks zu verhindern, andererseits jedoch kontrolliert lösbar bleibt, wenn das Etikett gespendet werden soll. Für Anwender und Käufer von Etiketten – insbesondere in der Lebensmittel-, Pharma- und Industriekennzeichnung – hat Delaminierung direkte Auswirkungen auf die Produktsicherheit: Lösen sich Schichten eines Verbundmaterials ungewollt, können Kennzeichnungen unleserlich werden und damit die Rückverfolgbarkeit von Produkten gefährden. Bei Folienverpackungen kann Delaminierung zudem die Dichtigkeit der Siegelnaht beeinträchtigen und den Verpackungsinhalt beschädigen. Besonders kritisch ist dies bei Qualitätssicherungsetiketten, deren Kennzeichnungsfunktion – etwa zur Markierung von Prüfstatus oder Freigaben – eine dauerhaft stabile Verbindung aller Materialschichten voraussetzt.