Im DTF-Direkttransfer (Direct-to-Film) bezeichnet „Hot Peel“ beziehungsweise „Cold Peel“ die Eigenschaft einer Transferfolie, die festlegt, zu welchem Zeitpunkt die Trägerfolie nach dem Transferprozess vom Substrat abgezogen wird. Bei Hot Peel erfolgt das Abziehen unmittelbar nach dem Pressvorgang, solange der Transfer noch warm ist. Bei Cold Peel hingegen muss die Folie erst vollständig abkühlen, bevor sie entfernt werden darf.
Der DTF-Prozess läuft in mehreren Schritten ab: Zunächst wird ein Motiv mit einem DTF-Drucker auf eine PET-basierte Trägerfolie gedruckt, die über eine spezielle Inkjet-Beschichtung verfügt. Anschließend wird das bedruckte Motiv mithilfe einer Heißpresse auf das Zielsubstrat übertragen. Die Temperatur- und Zeitparameter sind dabei produktspezifisch; als Beispielwert aus einer konkreten Produktspezifikation sind 140 °C bei einer Presszeit von 5 Sekunden bekannt. Nach dem Pressen entscheidet die Peel-Eigenschaft der Folie über den weiteren Ablauf: Eine Hot-Peel-Folie erlaubt das sofortige Abziehen, was den Produktionstakt beschleunigt und einen zusätzlichen Nachpressschritt überflüssig machen kann. Eine Cold-Peel-Folie erfordert eine Abkühlphase, verlangsamt den Prozess also entsprechend. Beide Varianten werden hauptsächlich für textile Substrate wie Baumwolle, Polyester und Mischgewebe beschrieben.
Für den Etikettendruck ist die Unterscheidung zwischen Hot Peel und Cold Peel zunächst mit einem wichtigen Hinweis verbunden: In den verfügbaren Fachquellen wird das Verfahren ausschließlich im Kontext des Textiltransfers belegt; ein eigenständiger, normierter Einsatz im klassischen Etikettendruck oder in der industriellen Kennzeichnung lässt sich auf dieser Grundlage nicht nachweisen. Dennoch ist der Begriff für Etikettierer und Beschaffungsverantwortliche relevant, sobald DTF-basierte Transferetiketten oder dekorative Applikationen auf textilen Trägern in Betracht gezogen werden. Wer solche Materialien einsetzt oder einkauft, muss die Peel-Eigenschaft der gewählten DTF-Folie kennen, da sie unmittelbar die Prozessgeschwindigkeit, den Maschineneinsatz und die Anforderungen an den Produktionsablauf beeinflusst. Eine Hot-Peel-Folie ermöglicht kürzere Taktzeiten, während eine Cold-Peel-Folie eine definierte Wartezeit einplanen lässt. Normen oder übergreifende Standards zu diesem Merkmal existieren nach aktuellem Recherchestand nicht; die konkreten Verarbeitungsparameter sind stets produktspezifisch und sollten den jeweiligen Herstellerangaben entnommen werden.