Duplex-Etikett

Ein Duplex-Etikett ist ein zweilagiges oder mehrlagiges Selbstklebeetikett, das aus zwei funktionalen Schichten besteht: einem Trägeretikett, das dauerhaft auf dem Produkt verbleibt, und einem darüber liegenden Deckeletikett, das nach dem Aufkleben wieder abgezogen und weiterverwendet werden kann. Im Etikettendruck werden dafür gleichbedeutend auch die Begriffe Sandwich-Etikett und Peel-off-Etikett verwendet.

Der konstruktive Aufbau folgt einem klaren Prinzip: Das obere Deckeletikett wird gestanzt und auf das Trägeretikett aufgebracht, wobei beide Lagen über selbstklebende Schichten miteinander verbunden sind. Damit das Deckeletikett später sicher und beschädigungsfrei abgezogen werden kann, ist eine Anfass-Lasche erforderlich, die beim Stanzen eingeplant wird. Als Materialien kommen sowohl Papier als auch Folie zum Einsatz, je nach Anforderung an Beständigkeit, Optik oder Weiterverarbeitbarkeit. Darüber hinaus ermöglicht die mehrlagige Konstruktion individuelle Stanzformen im oberen Etikettenteil, was gestalterische Spielräume für unterschiedliche Anwendungsfälle eröffnet.

Für den Etikettendruck ist das Duplex-Etikett vor allem dort relevant, wo auf begrenzter Fläche eine große Menge an Informationen untergebracht werden muss. Typische Einsatzfelder sind die Pharmaindustrie und die chemische Industrie, in denen gesetzliche Kennzeichnungspflichten oft mehr Text erfordern, als ein einfaches Etikett bieten kann. Auch im Handel, in der Spedition und im Versandwesen, bei Mailings, Gewinnspielen und in der Laborkennzeichnung werden Duplex-Etiketten eingesetzt. Das abziehbare Deckeletikett kann dabei als Kopie, Antwort- oder Zusatzetikett genutzt werden, was den Informationsfluss entlang einer Lieferkette oder in administrativen Prozessen erleichtert.

Für Hersteller und Einkäufer von Etiketten bedeutet die Entscheidung für ein Duplex-Etikett konkret eine höhere Komplexität in der Produktion gegenüber einem einlagigen Etikett: Die Konstruktion aus Trägeretikett, Klebeschicht, Deckeletikett und Anfass-Lasche erfordert präzise Abstimmung bei Materialauswahl, Stanzbild und Haftungseigenschaften. Gleichzeitig bietet sie den entscheidenden praktischen Vorteil, den verfügbaren Informationsraum eines Etiketts ohne Vergrößerung der Klebefläche effektiv zu verdoppeln oder zu erweitern.