Peel-off-Etikett

Ein Peel-off-Etikett ist ein mehrlagiges Haftetikett, das aus mindestens zwei übereinanderliegenden Etikettlagen besteht. Die unterste Lage ist dauerhaft mit permanentem Kleber auf dem Produkt befestigt, während sich die obere Lage – das sogenannte Deckeletikett – an einer definierten Stelle aufklappen und anschließend wieder verschließen lässt. Synonyme Bezeichnungen in der Branche sind Multilayer-Etikett, Mehrlagen-Etikett, Sandwich-Etikett, Duplex-Etikett sowie Peel-and-Read-Etikett.

Die Funktionsweise basiert auf einer gezielten Klebstoffgestaltung: Die obere Lage ist mit der unteren nur partiell verbunden, sodass klebstofffreie oder klebstoffreduzierte Bereiche eine Anfasslasche bilden, über die das Deckeletikett geöffnet werden kann. Als Oberlage wird häufig Polypropylenfolie (PP-Folie) verwendet, da sie formstabil und wiederholt ablösbar ist, ohne ihre Funktion zu verlieren. Der Klebstoff der Oberlage ist wiederablösbar und wiederverschließbar ausgelegt. Auf diese Weise lassen sich zwei bis drei Lagen mit insgesamt drei bis sieben bedruckbaren Seiten realisieren. Neben konventionellen Druckverfahren wie Flexo-, Offset- oder Digitaldruck sind auch variable Daten, Codes, Seriennummern sowie Braille-Prägungen umsetzbar. In der Fertigung werden die Lagen laminiert, die Oberlage zunächst gestanzt und dann auf das Trägeretikett aufgebracht. Peel-off-Etiketten werden maschinell über Etikettiermaschinen auf das Produkt aufgespendet, analog zu einlagigen Rollenetiketten.

Für den Etikettendruck ist dieser Begriff in mehrfacher Hinsicht relevant. Auf der Herstellerseite erfordert die Produktion von Peel-off-Etiketten technisch anspruchsvollere Druck- und Weiterverarbeitungsanlagen als bei einlagigen Etiketten: Stanzen, Laminieren, das präzise Übereinanderbringen mehrerer Lagen und die exakte Klebstoffzonierung müssen beherrscht werden. Kleberübertritt oder Rückstände auf der Produktoberfläche sind konstruktiv auszuschließen, und die Peel-off-Funktion muss über die gesamte Lebensdauer zuverlässig erhalten bleiben. Für Etikettenentscheider auf der Anwenderseite – also Markeninhaber, Abfüller oder Industriebetriebe – bieten Peel-off-Etiketten bei gleichbleibendem Etikettenfootprint erheblich mehr Informationsfläche. Das ist besonders dann relevant, wenn gesetzlich vorgeschriebene Angaben, mehrsprachige Texte, Warnhinweise oder ausführliche Anwendungshinweise auf kleinen Gebinden untergebracht werden müssen. Haupteinsatzgebiete sind die Pharma-, Chemie-, Lebensmittel- und Kosmetikbranche, in denen umfangreiche Kennzeichnungspflichten bestehen. Daneben werden Peel-off-Etiketten im Handel für Marketingaktionen, Gewinnspiele oder Rabattaktionen genutzt, da innere Lagen Platz für entsprechende Inhalte bieten, ohne die Vorderseite zu belasten. Wichtig für die Materialauswahl: Konstruktionen mit PP-Folie eignen sich für Innen- und Außenanwendungen sowie Temperaturbereiche von bis zu −20 °C bis +80 °C, was Einsätze in feuchten oder mechanisch beanspruchten Umgebungen ermöglicht. Abzugrenzen ist der Begriff von der sogenannten Peel-off-Funktion an Thermodruckern, bei der ein Etikett nach dem Druck automatisch vom Träger gelöst und zur Entnahme bereitgestellt wird – das ist eine druckertechnische Funktion und hat mit der mehrlagigen Etikettenkonstruktion nichts gemein.