Etikettenkarton bezeichnet im Etikettendruck den spezifischen Kartonwerkstoff, der für die Herstellung von Kartonetiketten eingesetzt wird. Im deutschsprachigen Fachkontext ist dabei der Begriff „Kartonetikett“ für das fertige Produkt gebräuchlich, während „Etikettenkarton“ das eigentliche Trägermaterial beschreibt. Es handelt sich um ein stabiles, dickeres Papiersubstrat mit definierten physikalischen und optischen Eigenschaften, typischerweise mit einem Flächengewicht von rund 350 g/m².
Die technischen Kennwerte eines Etikettenkartons umfassen Flächengewicht, Dicke in Mikrometern sowie das spezifische Volumen, das nach ISO 534 beziehungsweise DIN 534 bestimmt wird. Hinzu kommen optische Kenngrößen wie der CIE-Weißgrad. Diese Angaben finden sich in den technischen Datenblättern der Hersteller und ermöglichen eine gezielte Materialauswahl für unterschiedliche Druckprozesse und Weiterverarbeitungsschritte. Das Material ist als reiner Karton verfügbar, aber auch als Verbundmaterial in der Ausführung Karton-Folie-Karton, was die Anwendungsmöglichkeiten erweitert. Konfektioniert wird Etikettenkarton sowohl auf Rolle als auch als Leporello mit Steuerstanzung, sodass er sich direkt in gängige Etikettendrucksysteme und Spendeanlagen einlesen lässt.
Für den Etikettendruck ist die Wahl des richtigen Etikettenkartons aus mehreren Gründen entscheidend. Als primäres Druckverfahren für Kartonetiketten gilt der Offsetdruck, insbesondere der Heatset-Rollenoffset. Mit freier Farbwahl nach dem Pantone-Farbfächer lassen sich im Offsetverfahren mehrfarbige, farbstabile Etiketten realisieren. Zusätzlich können Kartonetiketten durch Laminierung, beispielsweise mit glänzender Oberfläche, oder durch die Einbindung von Emblemen und Logos veredelt werden. Gestanzt werden sie im Formstanzverfahren, wobei die Steuerstanzung bei Leporello-Ware die automatisierte Verarbeitung in Etikettiersystemen sicherstellt.
Anwendungsseitig kommen Kartonetiketten überall dort zum Einsatz, wo besondere Stabilität und Widerstandsfähigkeit gefragt sind: als Produkt-, Preis- oder Kennzeichnungsetiketten im industriellen Umfeld, als Anhängeetiketten oder als qualitativ hochwertige Werbeetiketten. Formate reichen dabei von 25×50 mm bis zu 80×160 mm und lassen sich an spezifische Anforderungen anpassen.
Für Hersteller bedeutet die korrekte Materialspezifikation nach DIN 534 und ISO 534 eine verlässliche Grundlage für Druckqualität, Maschinengängigkeit und Weiterverarbeitungssicherheit. Käufer und Anwender wiederum können anhand der normierten Kennwerte beurteilen, ob ein bestimmter Etikettenkarton zu ihren Druckprozessen und Etikettiersystemen passt. Die Kombination aus definierten Materialeigenschaften, flexibler Konfektionierung und hochwertigen Druckverfahren macht Etikettenkarton zu einem vielseitigen Substrat für nicht selbstklebende Etikettenlösungen.