FDA 21 CFR 175.105 bezeichnet einen verbindlichen Paragraph des Title 21 des US-amerikanischen Code of Federal Regulations (CFR), herausgegeben von der Food and Drug Administration (FDA). Er trägt den Titel „Adhesives“ und regelt Klebstoffe, die in Materialien und Gegenständen zum Halten, Verpacken oder Transportieren von Lebensmitteln eingesetzt werden. Solche Klebstoffe werden im US-Recht als indirekte Lebensmittelzusatzstoffe eingestuft, da sie nicht selbst Teil des Lebensmittels sind, aber potenziell in Kontakt mit der Lebensmittelverpackung treten.
Technisch basiert 21 CFR 175.105 auf einer Positivliste: Nur Substanzen, die dort ausdrücklich aufgeführt sind, dürfen als Bestandteile von Klebstoffrezepturen verwendet werden. Zusätzlich gelten Verwendungsbedingungen. Entweder muss eine funktionelle Barriere den Klebstoff vom Lebensmittel trennen, oder die Menge des Klebstoffs, die mit dem Lebensmittel in Kontakt gerät, darf die Grenzen der guten Herstellungspraxis (GMP) nicht überschreiten. Ein begrenzter Spurenkontakt an Nähten, Schnittkanten und Ecken von Verpackungen ist innerhalb der GMP-Grenzen zulässig, etwa bei wässrigen, trockenen oder fetthaltigen Lebensmitteln. Die Gesamtverantwortung für die Einhaltung dieser Grenzen liegt beim Verpackungshersteller.
Für den Etikettendruck ist diese Vorschrift unmittelbar relevant, weil Haftklebstoffe auf Lebensmitteletiketten – ob auf Glasflaschen, Kunststoffbehältern, Dosen oder Folienverpackungen – regelmäßig als indirekte Lebensmittelkontaktmaterialien eingestuft werden. Der Klebstoff eines selbstklebenden Etiketts liegt zwar typischerweise zwischen Facestock und Verpackungsoberfläche und hat keinen direkten Kontakt mit dem Lebensmittelinhalt, dennoch gilt er als indirekter Lebensmittelzusatzstoff und unterliegt damit der Regulierung durch 21 CFR 175.105. Klebstoff- und Etikettenhersteller wie HERMA oder Avery Dennison formulieren und bewerten ihre Haftklebstoffe deshalb ausdrücklich nach diesem Paragraph und bestätigen gegenüber Kunden die Konformität auf Basis der Positivliste und der eingehaltenen GMP-Bedingungen.
Für Hersteller bedeutet das konkret: Klebstoffrezepturen für Lebensmitteletiketten dürfen ausschließlich FDA-zugelassene Rohstoffe enthalten. Für den US-Markt ist 21 CFR 175.105 die maßgebliche Anforderung für adhäsive Systeme im indirekten Lebensmittelkontakt. Da in der EU keine spezifische harmonisierte Klebstoffverordnung existiert, wird 21 CFR 175.105 dort laut einem Leitfaden der deutschen Klebstoffindustrie rechtlich nicht direkt angewendet, jedoch als Orientierung genutzt. Etiketten, die sowohl auf dem US- als auch auf dem EU-Markt eingesetzt werden, müssen häufig parallele Anforderungen erfüllen – neben 21 CFR 175.105 also auch EU-Regelwerke wie die Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 oder EU 10/2011 für Kunststoffanteile sowie gegebenenfalls BfR-Empfehlungen. Die Konformität mit 21 CFR 175.105 ist damit ein zentrales Auswahlkriterium bei der Beschaffung von Haftklebstoffen für Lebensmitteletiketten im US-Exportgeschäft.