FEFO (First Expired, First Out)

FEFO steht für „First Expired, First Out“ und bezeichnet eine Lager- und Kommissionierstrategie, bei der Artikel mit dem frühesten Mindesthaltbarkeits- oder Verfallsdatum zuerst entnommen und ausgeliefert werden. Der entscheidende Unterschied zum verwandten FIFO-Prinzip liegt darin, dass nicht der Zeitpunkt der Einlagerung, sondern ausschließlich das aufgedruckte MHD oder Verfallsdatum die Entnahmereihenfolge bestimmt. FEFO wird insbesondere in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie eingesetzt, wo gesetzliche Vorgaben eine Mindesthaltbarkeitskennzeichnung vorschreiben.

In der Praxis funktioniert FEFO so: Ein Warehouse-Management-System (WMS) führt alle Bestände inklusive ihrer Verfallsdaten. Bei der Kommissionierung wählt das System automatisch jene Charge mit der kürzesten verbleibenden Haltbarkeit als erste aus. Im physischen Lagerprozess wird die Ware per Scanner geprüft – das System liest das auf dem Etikett codierte Datum aus und entscheidet, ob der Artikel noch kommissioniert werden darf. Da Produkte je nach Verderblichkeit immer wieder neu nachgeräumt werden müssen, gilt FEFO als aufwendiger und kostenintensiver als FIFO. Handelsrechtlich ist das Verfahren nach HGB zur bilanziellen Bestandsbewertung nicht zugelassen und bleibt damit auf die interne Lagersteuerung beschränkt. Im Pharmabereich hingegen fordern GMP-Leitlinien das FEFO-Prinzip ausdrücklich für die Lagerhaltung und verlangen eine Dokumentation bei Abweichungen.

Für den Etikettendruck ist FEFO aus mehreren Gründen direkt relevant. Grundvoraussetzung für das gesamte Verfahren ist, dass jedes Produkt eindeutig und dauerhaft mit seinem Verfallsdatum gekennzeichnet ist – ohne korrekte Etikettierung ist FEFO schlicht nicht umsetzbar. Etiketten müssen daher ein geeignetes Layout mit klar definierten Feldern für Datums- und Chargeninformationen aufweisen. Entscheidend ist dabei nicht nur die Lesbarkeit für das menschliche Auge: Da die Datumsprüfung im Lager per Scan erfolgt, müssen Etiketten die Haltbarkeitsinformation in maschinenlesbarer Form tragen – etwa als Barcode oder vergleichbarer Code –, der von Scannern im laufenden Lagerbetrieb zuverlässig erfasst werden kann. Für Etikettenkäufer aus Industrie und Logistik bedeutet das konkret, dass beim Etikettendesign und bei der Spezifikation geeignete Druckbereiche für Datum und Charge eingeplant werden müssen. Da häufige Umplatzierungen und wiederholte Scanvorgänge zur FEFO-Routine gehören, ist eine dauerhaft lesbare Kennzeichnung unter Lagerbedingungen unabdingbar. Der unmittelbare Nutzen eines konsequent umgesetzten FEFO-Prozesses mit präziser Etikettierung liegt in der Reduzierung von Warenausschuss und der Sicherstellung, dass Produkte mit ausreichender Resthaltbarkeit den Endverbraucher erreichen.