FOGRA52 ist ein von der Fogra – dem Forschungsinstitut der grafischen Industrie – definierter Charakterisierungsdatensatz für den standardisierten Offsetdruck. Er beschreibt den farbmetrisch definierten Druckzustand für Bogenoffset auf ungestrichenen Papieren mit optischen Aufhellern und setzt damit die internationale Norm ISO 12647-2:2013 für diesen Papiertyp um. Die zugehörige Druckbedingung trägt die Bezeichnung PSOUncoated v3.
Technisch gesehen legt FOGRA52 konkrete Zielwerte für Tonwertzunahme, Volltonfärbung, Papierweiß und den Farbort der Prozessfarben im CMYK-Farbraum fest. Gemeinsam mit dem Schwesterstandard FOGRA51, der gestrichene Papiere adressiert, bildet FOGRA52 die Grundlage für ISO-12647-2:2013-konforme Druckworkflows auf ungestrichenem Material. In der Praxis wird FOGRA52 als ICC-Profil in Workflow-Systemen hinterlegt und dient dort als Referenz- oder Zielfarbraum: Druckdaten werden auf diesen definierten Zustand hin aufbereitet, sodass das Ausgabegerät weiß, welche Farbwerte auf dem jeweiligen Substrat erzielt werden sollen. Kalibrierung und Profilierung von Druckmaschinen, Belichtern und Monitoren sind Voraussetzung dafür, dass die im Standard festgelegten Sollwerte in der Produktion tatsächlich erreicht werden.
Für den Etikettendruck ist FOGRA52 dort relevant, wo auf ungestrichenen Papiermaterialien im Offsetverfahren produziert wird. Ungestrichene Etikettensubstrate haben einen anderen Weißpunkt und eine andere Oberflächenbeschaffenheit als gestrichene Papiere oder Folien; sie absorbieren Druckfarbe stärker und verändern damit den resultierenden Farbort. Wer für solche Materialien auf Basis von FOGRA52 arbeitet, stellt sicher, dass Druckdaten, Proof und späteres Druckergebnis auf demselben farbmetrischen Referenzzustand beruhen. Das hat unmittelbare Auswirkungen für Etikettenhersteller und deren Kunden: Ein einmal auf FOGRA52 abgestimmter Druckprozess lässt sich mit hoher Farbübereinstimmung wiederholen, was Reproduzierbarkeit und Qualitätssicherung über mehrere Auflagen hinweg ermöglicht. Farbabweichungen zwischen Aufträgen oder Produktionsstätten werden reduziert, weil alle Beteiligten denselben definierten Standard als Ausgangspunkt nutzen. Für Etikettenbesteller bedeutet das eine verlässlichere Übereinstimmung zwischen freigegebenem Proof und gedrucktem Etikett. Wirtschaftlich senkt ein standardisierter, profilbasierter Workflow den Aufwand für Korrekturdurchläufe und Ausschuss. Wichtig zu betonen: FOGRA52 beschreibt ausschließlich den Bogenoffset auf ungestrichenem Papier; für andere Substrate wie Folien oder gestrichene Etikettenträger gelten eigene Druckbedingungen und Profile.