GCP (GS1 Global Company Prefix)

Der GS1 Global Company Prefix (GCP), im deutschsprachigen Raum auch als GS1-Basisnummer bezeichnet, ist eine von einer nationalen GS1-Mitgliedsorganisation lizenzierte, weltweit eindeutige Ziffernfolge, die ein Unternehmen als Vergabestelle für GS1-Identifikationsnummern kennzeichnet. Sie bildet die numerische Grundlage, aus der ein Unternehmen sämtliche GS1-Identifikationsschlüssel – darunter GTIN, GLN und SSCC – ableitet. Das GCP ist kein Gerät und kein Material, sondern ein Identifikationsstandard innerhalb des GS1-Systems.

Technisch ist das GCP eine nummerische Zeichenfolge mit typischerweise 7, 9 oder 11 Stellen. Die Länge wird von der jeweiligen nationalen GS1-Organisation festgelegt und bestimmt unmittelbar die sogenannte Nummernkapazität: Ein 7-stelliges GCP erlaubt die Vergabe von bis zu 100.000 GTIN, ein 9-stelliges GCP lediglich 1.000 und ein 11-stelliges GCP noch 10 GTIN. Das GCP ist fester Bestandteil jedes daraus gebildeten GS1-Schlüssels – bei GS1 Germany entspricht es beispielsweise den ersten 7 bis 9 Stellen der GLN. Mitgliedsunternehmen sind bei der Generierung ihrer GS1-Identifikationsnummern verbindlich an ihr lizenziertes GCP gebunden. GCP-basierte Kennungen lassen sich zudem über die GS1-Datenbank GEPIR zur Verifizierung von Unternehmens- und Produktdaten nutzen.

Für den Etikettendruck ist das GCP von zentraler praktischer Bedeutung: Es ist der numerische Ursprung aller GS1-konformen Codes, die auf Etiketten gedruckt und von Scannern gelesen werden. Aus dem GCP werden die GTIN gebildet, die als EAN-13, UPC-A, GS1 DataMatrix oder GS1-128 auf Produktetiketten aufgebracht werden. Der SSCC, der auf Versand-, Paletten- und Logitiketiketten erscheint, sowie die GLN, die Standorte eindeutig kennzeichnet, entstammen ebenfalls dem GCP des Unternehmens. Drucksysteme, Etikettensoftware und Barcode-Generatoren müssen das lizenzierte GCP korrekt verarbeiten, damit ausschließlich gültige und kollisionsfreie Kennungen erzeugt werden – ein fehlerhaft konfiguriertes Prefix führt zu ungültigen Barcodes und damit zu Problemen bei der Scannerfähigkeit im Handel oder in der Logistik.

Für Hersteller und Käufer von Etiketten ergibt sich daraus eine konkrete Planungsaufgabe: Die benötigte Anzahl unterschiedlicher Artikel-, Standort- oder Logistikeinheitennummern muss bereits bei der Beantragung des GCP berücksichtigt werden, da die Prefix-Länge die verfügbare Nummernkapazität festlegt und nachträglich nicht einfach angepasst werden kann. Unternehmen, die GS1-konforme Etiketten für Handel, Online-Marktplätze oder Logistikprozesse benötigen, sind auf ein korrekt lizenziertes und in allen Systemen konsistent verwendetes GCP angewiesen.