GS1 DataMatrix

Der GS1 DataMatrix ist eine zweidimensionale Matrix-Symbologie, die auf der DataMatrix-Norm nach ISO/IEC 16022 basiert und durch das FNC1-Steuerzeichen als GS1-konformer Code gekennzeichnet wird. Er ermöglicht die kompakte Verschlüsselung großer Datenmengen auf sehr kleiner Fläche und folgt dabei der strukturierten Codierung über GS1 Application Identifiers, sogenannte Datenbezeichner.

Technisch unterscheidet sich der GS1 DataMatrix vom gewöhnlichen DataMatrix-Code allein durch dieses FNC1-Steuerzeichen sowie die verbindliche Nutzung der GS1-Datenbezeichner, die festlegen, welche Information in welchem Datenfeld steht. Neben der GTIN, also der Global Trade Item Number zur eindeutigen Produktidentifikation, können Seriennummern, Chargennummern und Verfallsdaten in einem einzigen Symbol codiert werden. GS1 Germany gibt an, dass für die reine Produktidentifikation mit GTIN eine Symbolgröße von unter fünf mal fünf Millimetern ausreichen kann. Der Code ist in jeder Lage auslesbar und verfügt über eine hohe Fehlertoleranz. Für die Erfassung sind allerdings zwingend 2D-Imagescanner oder Kamerasysteme notwendig, da herkömmliche Lesegeräte ohne 2D-Bildaufnahme das Symbol nicht verarbeiten können.

Für den Etikettendruck ist der GS1 DataMatrix in mehrfacher Hinsicht relevant. Erstens erlaubt seine Kompaktheit, mehr Informationen unterzubringen, als es mit eindimensionalen Barcodes auf derselben Etikettenfläche möglich wäre. Das ist besonders dann bedeutsam, wenn der verfügbare Platz auf dem Etikett begrenzt ist, etwa bei kleinen Produktverpackungen oder Komponenten. Zweitens eignet sich der Code nicht ausschließlich für den klassischen Etikettendruck: Überall dort, wo eine Etikettierung nicht praktikabel ist, kann der GS1 DataMatrix auch direkt auf das Produkt oder Bauteil aufgebracht werden. Dieses Verfahren, bekannt als Direct Part Marking, umfasst Methoden wie Lasergravur, Ätzung oder Nadeln beziehungsweise Punktieren. Konkrete Anwendungsfelder sind laut Mittelstand-Digital die Fertigung von Leiterplatten, die Teilebeschriftung im Automobilbau, Analysegeräte in der Chemie sowie medizinische Instrumente und das Gesundheitswesen. GS1 Germany nennt darüber hinaus den Einzelhandel als wachsendes Einsatzgebiet.

Für Hersteller und Käufer von Etiketten bedeutet das in der Praxis: Wer den GS1 DataMatrix einsetzen möchte, muss beim Drucksystem sicherstellen, dass FNC1 und GS1-Datenbezeichner korrekt implementiert sind, damit die Norm-Konformität gewahrt bleibt. Auf der Lesseite ist die Investition in 2D-fähige Scanner unumgänglich. Wird statt eines Etiketts eine direkte Markierung gewählt, entfällt das Etikett als Trägermedium vollständig, was die Anforderungen an Druckverfahren und Materialien grundlegend verändert. Der GS1 DataMatrix steht damit für eine Kennzeichnungslösung, die den klassischen Etikettendruck ergänzt oder in bestimmten Szenarien auch ersetzt.