Gestanzte Etiketten

Gestanzte Etiketten sind selbstklebende Etiketten auf Bogen oder Rolle, die mittels eines Stanzwerkzeugs aus dem Materialverbund in eine definierte Form geschnitten wurden. Nach dem Stanzvorgang wird das umlaufende Abfallgitter abgezogen, sodass die einzelnen Etiketten getrennt voneinander auf dem Trägermaterial angeordnet sind. Vom technisch verwandten Begriff des ausgestanzten Etiketts unterscheiden sie sich dadurch, dass beim Schnittstandzen nur die oberen Schichten – also Obermaterial und Klebstoff – durchtrennt werden, während das Trägermaterial erhalten bleibt.

Im Etikettendruck ist die Stanzung ein fest definierter Prozessschritt innerhalb der Produktionskette: Die Laminatrolle, bestehend aus Obermaterial (Papier oder Folie), Klebstoff und Trägermaterial, durchläuft nacheinander die Stationen Bedruckung, Veredelung, Stanzung und Aufwicklung. Für die Formgebung stehen unterschiedliche Stanzverfahren zur Verfügung. Beim rotativen Stanzen sitzt das Stanzblech auf einem Magnetzylinder, der kontinuierlich in der Produktionsmaschine rotiert; dieses Verfahren zeichnet sich durch hohe Präzision aus. Beim Hubstanzen hingegen wird jedes Etikett einzeln gestanzt, was zu größeren Maßabweichungen führt und daher als weniger genau gilt. Ergänzend lassen sich durch spezielle Stanzanwendungen auch Quer- und Längsperforierungen einbringen, etwa damit Teilbereiche eines Etiketts – wie Preisfelder oder Tickets – sauber abgerissen werden können.

Für den Etikettendruck ist der Begriff aus mehreren Gründen zentral. Erstens ermöglicht die Stanztechnik eine freie Formgebung: Neben Standardformen wie Rechteck oder Oval sind auch Sonderformen wie Logosilhouetten, Tierkonturen oder typenschildartige Formate realisierbar. Das eröffnet Anwendern erhebliche Gestaltungsspielräume bei der Produktkennzeichnung. Zweitens beeinflusst die Wahl des Stanzverfahrens unmittelbar die Passgenauigkeit des fertigen Etiketts – ein relevantes Kriterium überall dort, wo enge Toleranzen gefordert sind, etwa bei Barcodes, QR-Codes oder RFID-Etiketten in der Logistik und industriellen Kennzeichnung. Drittens wirkt sich das Entfernen des Abfallgitters direkt auf die Weiterverarbeitung aus: Freigestellte Etiketten auf dem Liner lassen sich in automatisierten Spendesystemen zuverlässig vereinzeln und applizieren. Gestanzte Etiketten werden entsprechend breit eingesetzt – von der Produktkennzeichnung und Verpackung über Logistik und Qualitätskontrolle bis hin zu gesetzlich vorgeschriebenen Kennzeichnungen. Hinsichtlich Druck, Haftung und Beständigkeit unterliegen sie den einschlägigen Normen für Etiketten und Druckfarben, darunter etwa DIN 16526 für die Kennzeichnungseigenschaften von Druckfarben; eine eigenständige Norm allein für die Stanzform existiert hingegen nicht.