Ein Magnetzylinder mit Stanzblech – im Englischen als Flexible Die bezeichnet – ist die Kombination aus einem rotierenden, magnetischen Trägerzylinder und einem dünnen, gravierten Metallblech mit eingearbeiteter Stanzkontur. Beide Komponenten zusammen bilden das eigentliche Stanzwerkzeug, mit dem Etiketten in Rotations- oder Semi-Rotationsverfahren aus laufendem Bahnmaterial ausgestanzt werden. Das flexible Stanzblech wird dabei durch die Magnetkraft des Zylinders gehalten und bei hohen Umdrehungszahlen zusätzlich häufig durch Vakuum oder Passstifte gesichert.
Der Magnetzylinder selbst ist ein präzisionsgefertigtes Bauteil aus Stahl mit Chromgehalt, das aus der magnetischen Trommel, Zahnrädern, Schmitzringen und Lagerzapfen besteht. Die Fertigung erfolgt im Mikrometerbereich, da schon geringe Maßabweichungen das Stanzergebnis beeinträchtigen. Das aufgezogene Stanzblech – gefräst oder gelasert, wahlweise gehärtet oder mit Antihaftbeschichtung versehen – ist exakt auf den Zylinderumfang abgestimmt. Diese Abstimmung stellt sicher, dass zwischen den einzelnen Etiketten auf der Bahn ein gleichmäßiger Steg entsteht. Das Werkzeug schneidet dabei nur das Obermaterial – also die eigentliche Etikettenform – aus dem Haftverbund heraus, ohne den Liner zu beschädigen, was für die spätere Verarbeitung auf Spendern und Etikettiermaschinen entscheidend ist.
Im Etikettendruck hat sich dieses System als Standardwerkzeug im rotativen Stanzen etabliert. In Schmalbahn-Etikettendruckmaschinen ist das Stanzaggregat mit Magnetzylinder nach dem Druckprozess im Bahnlauf positioniert und stanzt bedruckte Haftverbundmaterialien wie Papier, Karton oder Kunststofffolien aus PP, PE oder PVC. Da nur das Stanzblech, nicht aber der Magnetzylinder ausgetauscht wird, lassen sich unterschiedliche Etikettenformen vergleichsweise schnell umrüsten. Im semi-rotativen Einsatz, der häufig im Digitaldruck vorkommt, bleibt der Zylinder dauerhaft in der Maschine; das flexible Werkzeug wird lediglich an das jeweilige Format angepasst. Gegenüber dem Flachbettstanzen benötigt das rotative Verfahren weniger Anpressdruck, was höhere Produktionsgeschwindigkeiten ermöglicht. Für Etikettenanwender bedeutet die Qualität dieser Werkzeugkombination direkt saubere Schnittkanten, maßhaltige Außenkonturen und eine zuverlässige Registergenauigkeit. Für jede individuelle Etikettenform ist ein eigenes Stanzblech erforderlich, was Werkzeugkosten und Lieferzeiten bei der Auftragsplanung zu berücksichtigen sind – im Unterschied zu laserbasierten Stanzsystemen, bei denen kein physisches Werkzeug benötigt wird.