GHS

GHS steht für „Globally Harmonized System of Classification and Labelling of Chemicals“, auf Deutsch „Global harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien“. Es handelt sich um einen internationalen Standard der Vereinten Nationen, der festlegt, wie gefährliche chemische Stoffe und Gemische weltweit einheitlich einzustufen und zu kennzeichnen sind. Ziel ist der Schutz von Mensch und Umwelt durch eine verständliche, länderübergreifend einheitliche Kommunikation chemischer Gefahren.

Das System definiert konkrete Pflichtinhalte für jedes Gefahrstoffetikett: Produktkennung, Gefahrenpiktogramme in Form schwarzer Symbole auf weißem Grund mit roter Raute, ein Signalwort („Gefahr“ oder „Warnung“), Gefahrenhinweise nach H-Sätzen, Sicherheitshinweise nach P-Sätzen sowie vollständige Lieferantendaten und Nennmenge. In der Europäischen Union ist GHS durch die CLP-Verordnung (EU-VO Nr. 1272/2008) verbindlich umgesetzt; die deutsche Gefahrstoffverordnung verweist seit November 2012 ausdrücklich auf diese Verordnung. Hersteller und Inverkehrbringer von Chemikalien sind damit gesetzlich verpflichtet, ihre Produkte entsprechend einzustufen und GHS-konforme Etiketten anzubringen – auf Verpackungen wie Kanistern, Fässern, IBC-Containern, Flaschen, Säcken und Kartons.

Für den Etikettendruck hat GHS weitreichende praktische Konsequenzen. Da die Piktogramme farbig dargestellt werden müssen – rote Umrandung, schwarzes Symbol, weißer Grund – sind Farbdruckverfahren zwingend erforderlich. Spezielle GHS-Etikettendrucker erzeugen on-demand alle geforderten Kennzeichnungselemente direkt in Labor, Produktion oder Lager, was eine flexible und stets aktuelle Kennzeichnung ermöglicht, etwa wenn sich Einstufungen oder Vorschriften ändern. Etikettier- und Applikatorsysteme können solche Etiketten automatisiert auf typische Chemikalienbehälter aufbringen.

An die eingesetzten Etikettenmaterialien stellt GHS hohe Beständigkeitsanforderungen: Je nach Einsatzbereich müssen Etiketten gegen Chemikalien, Abrieb, UV-Strahlung, Feuchtigkeit oder Seewasser resistent sein. Dafür kommen spezielle Folienmaterialien und leistungsfähige Klebstoffe zum Einsatz, die auch auf schwierigen Untergründen wie Metall, Kunststoff oder rauen Oberflächen dauerhaft haften. Käufer von GHS-Etiketten müssen diese Beständigkeitseigenschaften bei der Materialauswahl ebenso berücksichtigen wie die korrekte Darstellungsqualität der Piktogramme. Für Anbieter von Etikettierlösungen bedeutet GHS eine klare Produktspezialisierung: Materialien, Drucksysteme und Applikatoren müssen gemeinsam sicherstellen, dass das fertige Etikett allen gesetzlichen Anforderungen an Inhalt, Optik und Haltbarkeit entspricht.