GLN

Die GLN (Global Location Number) ist eine 13-stellige Identifikationsnummer aus dem GS1-System, die Unternehmen, Standorte und Organisationseinheiten weltweit eindeutig kennzeichnet. Sie ersetzt frühere Bezeichnungen wie ILN (International Location Number) und wird von nationalen GS1-Organisationen wie GS1 Germany oder GS1 Austria vergeben. Ihre Struktur besteht aus drei Komponenten: der GS1-Basisnummer mit Länderpräfix und Unternehmenskennung, einer Lokationsreferenz für den konkreten Standort oder Funktionsbereich sowie einer mathematisch berechneten Prüfziffer zur Fehlererkennung.

Im Gegensatz zu Produktcodes wie der EAN identifiziert die GLN keine Waren, sondern Orte und Partner: Lager, Rampen, Filialen, Werke, juristische Einheiten oder Behörden. In der Praxis fungiert sie als digitale Adresse, die in ERP-, EDI- und Logistiksystemen als standardisierter Identifikator dient. Entscheidend ist dabei ihre Maschinenlesbarkeit: Die GLN wird als Dateninhalt in GS1-128-Barcodes, 2D-Codes oder RFID-Tags codiert und von Scannern und Lesegeräten automatisch erfasst. Über Verzeichnisdienste wie GEPIR lassen sich zugehörige Informationen zur GLN gezielt abfragen. Sie ist damit Grundlage für automatisierte Prozesse wie den elektronischen Datenaustausch (EDI), die E-Rechnung, Logistikabwicklung und Compliance-Anforderungen in der Lieferkette.

Für den Etikettendruck ergibt sich daraus eine klare Anforderung: Etiketten, die GLN-Daten transportieren – etwa Lieferscheinetiketten, Palettenlabel oder Versandetiketten –, müssen die Nummer GS1-konform und zuverlässig maschinenlesbar abbilden. Fehler in der Codierung oder Lesbarkeit führen direkt zu Fehlzuordnungen bei Lieferadressen, Lagern oder Geschäftspartnern und stören automatisierte Prozesse in Logistik und Bestellabwicklung. Wer Etiketten für Lieferkettenprozesse gestaltet oder beschafft, muss sicherstellen, dass der verwendete Barcode-Typ, die Druckqualität und das Datenformat den GS1-Vorgaben entsprechen. Nur so können ERP- und Logistiksysteme die GLN korrekt auslesen und Standorte sowie Partner überschneidungsfrei identifizieren. Die GLN ist damit kein rein administratives Merkmal, sondern ein funktionskritisches Datenelement, dessen korrekte Umsetzung auf dem Etikett unmittelbaren Einfluss auf die Prozesssicherheit in der gesamten Lieferkette hat.