Eine Prüfziffer ist eine Kontrollziffer, die als letzte Stelle einer numerischen Kennzeichnung steht und nach einem festgelegten mathematischen Algorithmus aus den übrigen Ziffern berechnet wird. Sie stellt die einfachste Form einer Prüfsumme dar und dient dazu, Eingabefehler oder Lesefehler bei der Datenerfassung zuverlässig zu erkennen. Durch erneute Berechnung und Vergleich mit der gespeicherten Prüfziffer lässt sich feststellen, ob eine Ziffernfolge korrekt erfasst wurde.
Technisch basiert die Berechnung auf einer definierten Rechenvorschrift, dem sogenannten Prüfziffern-Algorithmus. Bei GTIN- und EAN-Nummern, den im Handel und in der Logistik meistverbreiteten Identifikationscodes, gewichtet der von GS1 standardisierte Algorithmus die einzelnen Ziffern abwechselnd mit den Faktoren 3 und 1 und berechnet das Ergebnis nach dem Modulo-10-Verfahren. Die sich daraus ergebende Prüfziffer bildet stets die letzte Stelle der Nummer. Dasselbe Prinzip gilt für den 18-stelligen SSCC, den Serial Shipping Container Code zur Identifikation logistischer Einheiten. Andere Systeme wie die ISBN nutzen abweichende Gewichtungen und Modulo-11-Verfahren. GS1 stellt für GLN, GTIN und SSCC einen offiziellen Prüfziffernrechner bereit, der die korrekte Berechnung unterstützt.
Für den Etikettendruck hat die Prüfziffer unmittelbar praktische Bedeutung. Etiketten in Handel, Produktion und Logistik tragen Barcodes wie EAN-13, EAN-8 oder GTIN, bei denen die Prüfziffer zwingend Bestandteil der codierten Daten ist und zugleich als Klarschrift auf dem Etikett ausgegeben werden muss. Barcodes werden mit verschiedenen Druckverfahren aufgebracht: Thermotransfer- und Thermodirektdruck sind für variable Daten und Logistiketiketten weit verbreitet, Flexodruck eignet sich für hohe Auflagen vordefinierter Codes, und Digitaldruck ermöglicht On-Demand-Produktion variabler Daten in kleinen Losgrößen. Unabhängig vom Verfahren muss die Prüfziffer für jede Artikelnummer korrekt berechnet sein, bevor der Druckauftrag erteilt wird. Professionelle Etikettendrucksoftware übernimmt diese Berechnung automatisch und gibt bei einer fehlerhaften Prüfziffer eine Fehlermeldung aus. Fehlerhafte Prüfziffern auf gedruckten Etiketten führen dazu, dass Barcodes an Kassen, in Lagern oder auf Förderanlagen nicht korrekt gescannt werden können, was Fehlbuchungen, Prozessunterbrechungen und nachträgliche Korrekturen nach sich zieht. Etiketten mit falsch berechneter Prüfziffer erfüllen zudem nicht die Anforderungen GS1-basierter Handelssysteme und Lagerverwaltungssysteme. Die Qualität gedruckter Barcodes inklusive der korrekten Prüfziffer sollte daher bereits bei Prototypen und Vorabdrucken verifiziert werden, um kostspielige Nacharbeiten zu vermeiden.