Der IMDG-Code (International Maritime Dangerous Goods Code) ist ein von der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) entwickeltes internationales Regelwerk für den Transport gefährlicher Güter auf dem Seeweg in verpackter Form. Er wird alle zwei Jahre aktualisiert und deckt die Bereiche Klassifizierung, Verpackung, Kennzeichnung, Dokumentation, Stauung, Trennung und Notfallmaßnahmen ab.
Im praktischen Einsatz schreibt der IMDG-Code vor, dass Verpackungen mit Gefahrgutetiketten versehen sein müssen, die die von den transportierten Gütern ausgehenden Gefahren eindeutig erkennbar machen. Diese Etiketten werden ergänzt durch Pflichtangaben wie die UN-Nummer und den Proper Shipping Name (PSN), der die offizielle Bezeichnung des Gefahrstoffs im internationalen Seeverkehr darstellt. Der IMDG-Code basiert inhaltlich auf den UN-Modellvorschriften und steht in Verbindung mit GHS-Kennzeichnungsvorgaben, die ebenfalls Anforderungen an Gefahrstoffetiketten stellen.
Für den Etikettendruck ist der IMDG-Code aus einem spezifischen Grund besonders anspruchsvoll: Die Kennzeichnung muss so ausgeführt sein, dass Etiketten auch nach mindestens drei Monaten im Meer noch lesbar und erkennbar bleiben. Das stellt erhebliche Anforderungen an Materialauswahl, Klebstoff und Druckqualität. In der Praxis wird für IMDG-Anwendungen häufig die britische Norm BS 5609 herangezogen, die Spezifikationen und Testmethoden für selbstklebende Etiketten unter maritimen Bedingungen definiert. BS 5609 betrifft dabei ausdrücklich das Basismaterial eines selbstklebenden Etiketts als Einheit aus Obermaterial und Klebstoff und gilt als Prüfstandard für bedruckte druckempfindliche, klebstoffbeschichtete Etiketten. Sowohl IMDG als auch GHS können verlangen, dass verwendete Etiketten die Anforderungen der BS 5609 erfüllen.
Für Hersteller von Etiketten bedeutet das konkret, dass Materialkombinationen so gewählt werden müssen, dass sie Dauerbelastung durch Wasser und Meereseinfluss standhalten. Die Auswahl des richtigen Obermaterials und des passenden Klebstoffs ist dabei entscheidend, da beide Komponenten gemeinsam geprüft werden. Käufer und Verwender von Etiketten für den Gefahrguttransport auf See sind darauf angewiesen, Produkte einzusetzen, die diese Beständigkeit nachweislich erfüllen. Bemerkenswert ist, dass die Einhaltung der BS 5609 in der Praxis auch außerhalb eines tatsächlichen Seetransports gefordert werden kann, wenn höhere Haltbarkeitsanforderungen bestehen. Der IMDG-Code ist damit nicht nur eine Transportvorschrift, sondern ein maßgeblicher Treiber für die technischen Anforderungen an Gefahrgutetiketten im maritimen Umfeld.