Als Bedruckstoff bezeichnet man in der Drucktechnik das Material, auf das mittels eines Druckverfahrens Druckfarbe übertragen wird. Er wird auch als Substrat oder Druckträger bezeichnet und umfasst alle Materialien, die in einem Druckprozess bedruckt werden können – von Papier und Karton über Kunststofffolien und Blech bis hin zu Glas, Keramik und Textilien. Im technischen Sinne ist der Bedruckstoff damit das physische Trägermaterial, das am Ende des Druckprozesses die aufgebrachte Bild- oder Textinformation dauerhaft trägt.
Im industriellen Druckbetrieb wird der Bedruckstoff abhängig vom gewählten Druckverfahren eingesetzt. Die klassischen Druckverfahren nach DIN 16500 – Hochdruck, Tiefdruck, Flachdruck und Durchdruck – stellen jeweils unterschiedliche Anforderungen an das Substrat. Im Flexodruck, einer Variante des Hochdrucks, eignen sich nahezu alle Papier- und Kartonsorten als Bedruckstoff. Im Siebdruck können hingegen nahezu alle Bedruckstoffe verarbeitet werden, von Stoffen über Stein bis hin zu Glas. Beim indirekten Offsetdruck wird die Druckfarbe zunächst auf ein Gummituch und erst dann auf den Bedruckstoff übertragen, was besondere Anforderungen an dessen Oberflächenbeschaffenheit stellt. Ergänzend kommen digitale Non-Impact-Verfahren wie Inkjet oder Elektrofotografie zum Einsatz, bei denen die Farbe ohne physische Druckform direkt auf den Bedruckstoff aufgebracht wird. Je nach Auflagenmenge und Bedruckstoff wird zwischen Bogendruck- und Rollendruckmaschinen gewählt.
Für den Etikettendruck ist die Wahl des Bedruckstoffs von zentraler praktischer Bedeutung. Das Etikettenmaterial – typischerweise ein Papier- oder Folienverbund aus Materialien wie PE, PP oder PET – ist der konkrete Bedruckstoff, auf dem Logos, Barcodes, Seriennummern oder gesetzlich vorgeschriebene Informationen gedruckt werden. Dabei gilt: Die Wahl des Druckverfahrens ist direkt abhängig vom Material, wobei sowohl die Beschaffenheit des Bedruckstoffs als auch seine Form ausschlaggebend sind. Eine glatte Kunststofffolie verhält sich im Druckprozess grundlegend anders als saugfähiges Papier, was Drucktechnik, Farbsystem und Maschineneinstellung beeinflusst. Für Etikettenhersteller bedeutet das: Der Bedruckstoff bestimmt, welche Druckverfahren technisch und wirtschaftlich geeignet sind, welche Druckqualität und Farbhaftung erreichbar sind und welche Maschinen – in der Etikettenfertigung meist Rollendruckmaschinen – zum Einsatz kommen. Für Etikettenbesteller folgt daraus, dass die Materialwahl des Bedruckstoffs unmittelbar die verfügbaren Verfahren, die erreichbaren Qualitätsmerkmale und die Kostenstruktur beeinflusst. Nicht jeder Bedruckstoff ist für jedes Verfahren geeignet; diese Kompatibilität muss bei der Etikettenspezifikation von Anfang an berücksichtigt werden.