ISEGA bezeichnet die „ISEGA Forschungs- und Untersuchungsgesellschaft mbH“ mit Sitz in Aschaffenburg, ein unabhängiges Prüf- und Zertifizierungsinstitut für Industrie und Handel. Das Institut ist spezialisiert auf die Prüfung und Zertifizierung von Materialien, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, und stellt bei nachgewiesener Konformität eine sogenannte ISEGA-Unbedenklichkeitserklärung aus. Diese Erklärung bestätigt, dass ein Produkt beim bestimmungsgemäßen Gebrauch für den Kontakt mit Lebensmitteln geeignet ist und die einschlägigen gesetzlichen Anforderungen erfüllt.
Die Grundlage jeder ISEGA-Zertifizierung bilden Migrationsprüfungen, bei denen untersucht wird, ob und in welchem Ausmaß ein Material unerwünschte Stoffe an Lebensmittel oder standardisierte Lebensmittel-Simulanzien abgibt. Diese Prüfungen erfolgen nach anerkannten Normen, darunter EN 1186, EN 13130, EN 14338 sowie CEN/TS 14234. Die rechtlichen Bezugspunkte sind die europäische Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 über Materialien und Gegenstände, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, sowie das deutsche Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB). ISEGA führt Zertifizierungsprogramme in mehreren Materialkategorien durch, darunter Papier und Karton, Kunststoffe, Klebstoffe, Farbmittel und Chemikalien. Ausgestellte Zertifikate haben eine befristete Gültigkeit von typischerweise zwei Jahren; nach Ablauf ist eine erneute Bewertung erforderlich.
Für den Etikettendruck ist ISEGA besonders dann relevant, wenn Etiketten auf Lebensmittelverpackungen oder in direktem Kontakt mit Lebensmitteln eingesetzt werden. Geprüft werden dabei Etikettenmaterialien wie Papier- und Folienträger ebenso wie Klebstoffe – etwa Acrylkleber und Hotmelt-Kleber – die teilweise ausdrücklich für den direkten Kontakt mit trockenen, feuchten oder fettenden Lebensmitteln zertifiziert werden. Auch Druckfarben können in den Prüfumfang fallen. Der Begriff „ISEGA-zertifiziert“ wird im Etikettendruckumfeld als Nachweis verwendet, dass die geprüften Materialien und Produkte die lebensmittelrechtlichen Anforderungen erfüllen und von einem unabhängigen Institut bewertet wurden.
Für Etikettenhersteller ermöglicht eine ISEGA-Unbedenklichkeitserklärung die rechtssichere Deklaration ihrer Produkte gegenüber Abnehmern in der Lebensmittelindustrie. Für Käufer und Anwender – etwa Lebensmittelhersteller oder Abfüller – ist das Zertifikat ein belastbares Kriterium bei der Auswahl geeigneter Etikettenmaterialien und Klebstoffe, da es das Risiko der Migration unerwünschter Substanzen in Lebensmittel auf Basis normierter Prüfverfahren bewertet. Die Zertifizierung bezieht sich dabei stets auf das Material oder Produkt selbst, nicht auf die Druckmaschine.