ISO Coated v2 ist ein ICC-Ausgabeprofil für den Vierfarbdruck (CMYK) auf glänzend oder matt gestrichenem Bilderdruckpapier. Es basiert auf der Charakterisierungsdatei FOGRA39 der Fogra – Forschungsgesellschaft Druck e. V. und beschreibt keinen bestimmten Maschinentyp, sondern einen standardisierten CMYK-Druckzustand inklusive Papier- und Rastereigenschaften.
Das Profil wurde von der European Color Initiative (ECI) veröffentlicht und steht als Datei ISOcoated_v2_eci.icc zum Download bereit. Es legt unter anderem einen maximalen Gesamtfarbauftrag (Total Area Coverage) von 330 % fest, einen maximalen Schwarzanteil von 95 % sowie Tonwertzunahmekurven gemäß ISO 12647-2:2004 für die Kanäle CMY und K. Eine verbreitete Variante ist ISO Coated v2 300 %, die den maximalen Farbauftrag auf 300 % reduziert und damit eine schnellere Trocknung und schnellere Weiterverarbeitung im Druckprozess unterstützt – ein Vorteil besonders bei zeitkritischen Aufträgen. In der Praxis gilt ISO Coated v2 als das am häufigsten verwendete CMYK-Profil in der europäischen Druckindustrie. Es ist Standardprofil in Anwendungen wie Adobe InDesign und Adobe Photoshop, wird von zahlreichen Online-Druckereien als verbindliches Anlieferungsprofil gefordert und dient als Referenz für farbverbindliche Proofs, mit denen das spätere Druckergebnis bereits vor der Produktion simuliert werden kann.
Für den Etikettendruck ist ISO Coated v2 dort relevant, wo Etiketten im Offset- oder Digitaldruck auf gestrichenen Papiersubstraten hergestellt werden. Viele selbstklebende Papieretiketten basieren auf gestrichenen Oberflächen, die dem im Profil definierten Bedruckstoff – Papiertyp 1 und 2 gemäß ISO 12647-2 – hinreichend entsprechen können. Wer Etikettendruckdaten im Profil ISO Coated v2 anlegt und an eine Druckerei liefert, die nach Fogra39 produziert, schafft die Voraussetzung dafür, dass das gedruckte Ergebnis der am Monitor oder im Proof simulierten Darstellung entspricht. Das reduziert Farbdifferenzen zwischen Entwurf und fertigem Etikett. Für Etikettenköufer bedeutet das konkret: Die Angabe des korrekten ICC-Profils bei der Datenanlieferung ist keine formale Nebensächlichkeit, sondern entscheidet darüber, ob Farben wie Markenfarben oder Produktfarben auf dem gedruckten Etikett reproduzierbar und toleranzgerecht erscheinen. Wichtig ist dabei die Materialabhängigkeit: ISO Coated v2 ist auf gestrichene Papiere ausgelegt. Bei abweichenden Substraten – etwa ungestrichenen oder stark saugenden Materialien – kann der tatsächliche Druckzustand vom Standardprofil abweichen, weshalb in solchen Fällen andere Profile zu wählen sind.