ITF-14

ITF-14 ist eine GS1-Strichcodesymbologie, die auf dem Verfahren Interleaved 2 of 5 basiert und ausschließlich numerische Daten in Form einer 14-stelligen GTIN codiert. Sie wurde speziell für die Auszeichnung von Handelseinheiten in der Logistik entwickelt und ist nicht für den Einsatz an der Scannerkasse im Einzelhandel vorgesehen. Der Code ist bidirektional lesbar und verschlüsselt Artikelnummern in den Formaten GTIN-12, GTIN-13 oder GTIN-14.

Technisch besteht das ITF-14-Symbol aus einer linken und rechten Hellzone von je zehn X-Modulen, einem Start- und Stoppzeichen sowie sieben Nutzdatenpaaren. Es arbeitet mit zwei Balken- und Lückenbreiten in einem Verhältnis von 1:2,5. Charakteristisch sind die Trägerbalken, die das Symbol ober- und unterhalb einrahmen: Sie gleichen den Anpressdruck der Druckplatte aus und erhöhen damit die Lesezuverlässigkeit auf schwierigen Untergründen. Die Klarschriftzeile kann rund um das Symbol gedruckt werden, wobei die Ziffern gut lesbar und proportional zur Symbolgröße gestaltet sein müssen. Als maßgeblicher Rahmen für Aufbau und Maße des Symbols gilt die GS1-Spezifikation, die unter anderem das X-Modul, die Ratio und Mindestabmessungen je nach Anwendungsumgebung definiert.

Für den Etikettendruck hat ITF-14 eine klare, praktisch bedeutsame Eigenschaft: Der Code ist ausdrücklich für den Direktdruck auf schwierigen Untergründen wie Wellpappe ausgelegt, wie sie bei Kartons, Kisten und Paletten im Logistik- und Versandbereich üblich sind. Genau hier liegt der entscheidende Unterschied zu anderen GS1-Symbologien – während EAN-13 auf hochwertigen Etiketten für die Verkaufsverpackung gedruckt wird, kommt ITF-14 dort zum Einsatz, wo Druckqualität und Untergrundstruktur erheblich variieren können. Die Trägerbalken sind dabei kein gestalterisches Element, sondern ein technisches Mittel, das den Druck auf unebenen oder saugfähigen Oberflächen erst zuverlässig scanbar macht.

Hersteller von Etiketten und Verpackungsdrucken müssen bei ITF-14 auf korrekte Hellzonen, funktionsfähige Trägerbalken und die Einhaltung der GS1-Mindestabmessungen achten. Für Logistikanwendungen schreibt GS1 Austria ein minimales X-Modul von 0,495 mm und eine Mindesthöhe von 31,75 mm vor; in anderen Anwendungen gelten 0,250 mm beziehungsweise 12,7 mm als untere Grenze. Käufer von Etiketten oder Verpackungsdrucken sollten sicherstellen, dass das gewählte Druckverfahren und das Material für den Einsatz auf Wellpappe geeignet sind und die erforderlichen Scannerergebnisse in realen Logistikumgebungen liefern. Wer ITF-14 fälschlicherweise auf Einzelhandelsverpackungen für den POS einsetzt, verwendet die falsche Symbologie – der Code ist dort schlicht nicht vorgesehen.